Aadorf
Zwei Überraschungen an der Kirchgemeindeversammlung

An der Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Aadorf-Aawangen bewegten der Wechsel von Pfarrerin Esther Walch Schindler und ein Liegenschaftsverkauf die 46 anwesenden Gemüter.

Kurt Lichtensteiger
Merken
Drucken
Teilen
Blick auf die evangelische Kirche in Aadorf.

Blick auf die evangelische Kirche in Aadorf.

Archivbild: Mario Testa
Esther Walch Schindler

Esther Walch Schindler

(Bild: ZVG)

«Wenn nicht jetzt, wann dann?», sagte Pfarrerin Esther Walch Schindler, die nach gut 29 Jahren Pfarrtätigkeit in Aadorf eine neue Herausforderung als Pfarrerin in Frauenfeld annimmt. Ihr Pensum erhöht sich von derzeit 40 Stellenprozent auf 50. Ihre Wahl dürfte nur noch Formsache sein. Mit spontanem Applaus würdigten die 46 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger deren geleisteten Dienste. Eine offizielle und gebührende Verabschiedung werde noch folgen, versicherte Präsident Stefan Kormann.

Für die Evangelische Kirchgemeinde Aadorf-Aawangen bedeutet der überraschende Wechsel, dass sich diese auf die Suche einer geeigneten Nachfolgeperson machen muss. Hierfür wäre der übliche Weg die Bildung einer Pfarrwahlkommission. Weil die Pfarrstelle jedoch lediglich mit 30 bis maximal 50 Stellenprozent ausgestattet werden soll, wird die Anstellung nicht mit einem Wahlprozedere, sondern mit einem normalen Arbeitsvertrag geregelt, einschliesslich der üblichen Kündigungsfrist. Eine Wohnsitzpflicht ist dabei nicht erforderlich. Der richtige Weg sei nun, die Kompetenz einer Aufsichtskommission zu übertragen, was dann auch genehmigt wurde.

Liegenschaft verkauft

Um die Finanzierung eines neuen Pfarrhauses an der Wiesentalstrasse zu ermöglichen, hatten die Kirchenvorsteherschaft und das Pfarrteam fast einstimmig dem Verkauf der Liegenschaft an der Leimackerstrasse 5 in der Höhe von 1,3 Mio. Franken zugestimmt. Nun konnte in der Zwischenzeit diese Liegenschaft verkauft werden, was den Weg zum Neubau geebnet hat. An der Versammlung wurden bereits ein Modell und die ersten Detailpläne präsentiert. Die Baukommission hat sich für Jürg Boss aus Aadorf entschieden.

Noch ist nicht alles in Stein gemeisselt, doch dürfte es sich beim Projekt mit Tiefgarage, Sitzungszimmern und Wohnungen um einen repräsentativen Neubau handeln. An der Budgetgemeinde vom 25. November dieses Jahres dürften alle Parameter zusammen sein. Kormann kündigte jedenfalls eine spannende und historische Versammlung an. Bestenfalls könne schon bald nach einer positiven Abstimmung mit dem Bau begonnen werden. Stimmberechtigt wären 2463 Kirchbürgerinnen und Kirchbürger.

Überschuss kleiner als erwartet

Mit besinnlichen Worten hatte Pfarrerin Caren Aigner die ordentliche Kirchgemeindeversammlung eingeleitet. «Bewusst anfangen, hin und wieder innehalten, Pausen einschalten, menschliche Beziehungen pflegen, spüren, was man braucht, die Natur wiederentdecken und Antworten finden», gab sie der Hörerschaft mit auf den Weg.

Danach blätterte diese in der neugestalteten Botschaft und folgte den vielen Zahlen, erläutert von Pflegerin Seraina Lansel. Die Rechnung schliesst bei einem Totalaufwand von knapp 1,4 Millionen Franken mit einem kleinen Überschuss von 4928 Franken ab. Budgetiert waren über 70'000 Franken. Aus bekannten Gründen waren im Jahr 2020 verschiedene Ausgaben (Verkündigung, Sitzungsgelder, Senioren-, Jugend- und Sozialarbeit) tiefer als vorgesehen.

Informationen zur Seniorenarbeit 60+, zur Konfirmation vom 2. und 9. Mai ab 9.45 Uhr, zum geplanten Sommerfest und zum Abschiedsgottesdienst von Esther Walch Schindler beendeten die gut einstündige Versammlung ohne den üblichen Apéro.