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Aadorf zeigt Kleinkunst in ihrer ganzen Vielfalt

Gut besuchter Variété-Abend im Aadorfer Gemeindesaal mit jungen Talenten und gestandenen Profis.
Kurt Lichensteiger
«9 Volt Nelly», zwei Schwestern aus Texas, sangen frisch-fröhliche Lieder auf Englisch und Schweizerdeutsch. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

«9 Volt Nelly», zwei Schwestern aus Texas, sangen frisch-fröhliche Lieder auf Englisch und Schweizerdeutsch. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Was im Titel etwas sperrig daherkam, entpuppte sich am Freitagabend als Kleinkunst vom Feinsten in seiner ganzen Vielfalt. «NACHTderkleinKÜNSTE25» hiess der gut besuchte Anlass im Aadorfer Gemeindezentrum. Vergleichbar mit der erfolgreichen «Krönung», womit der Kleinkunstveranstalter Gong seit Jahren auf sich aufmerksam macht.

Auch diesmal verblüfften junge Talente und gestandene Profis die Zuschauer, was etwa die Besucherinnen Irene Schweizer aus Elgg und Graziella Bühler aus Balterswil unabhängig voneinander zur Aussage veranlasste: «Wir besuchen regelmässig die Gong-Veranstaltungen, denn wir schätzen die örtliche Nähe, aber insbesondere auch den fast hautnahen Kontakt zu den Protagonisten im kleinen Saal, der eine besondere Intimität gewährleistet.»

Anet Corti, alias Betty Böni, die mit ihren roten Pumps immer wieder umzukippen drohte, war eine redegewandte Moderatorin, die mit ihrer «To do Liste» vom Bündner Dialekt jäh in die Oltener-Bahnhofsprache wechselte, ein Tagebuch zur Hand nahm und mit dem Zitat: «Einsam ist, wer alleine Fondue isst», neben Lachern auch zum Nachdenken anregte. Das YouTube-Video über den optimierten Mann war ein Beispiel dazu.

«9 Volt Nelly» entpuppten sich als zwei Schwestern aus Texas. Sie sangen mit ihren glasklaren Stimmen frisch-fröhlich auf Englisch und Schweizerdeutsch. «Fuck freedom» war tiefgründige musikalische Satire. Ein Kontrast dazu bildete die Schildkröte Adam, die mit tierisch-komischer Poesie mit wenigen Worten das Publikum bezauberte.

Ganz ohne Worte kam dann das Duo «E1nz» aus. Dieses wartete mit einer Akrobatik-Nummer auf, die auch die Zuschauer sprachlos machte. Der Liedermacher und Kabarettist Reto Zeller unterhielt mit satirischer Inspiration und leisen Gitarrenklängen und sagte, was zu sagen ist: «Man muss bereit sein, über andere Ansichten nachzudenken.» Heinz und Werni schliesslich boten schräge Dialoge und entlockten ihren Tätowierungen feine Töne.

Alles in allem: wenig Politik, davon hat man in diesen Wochen eh genug, dafür intellektuelle Texte, tiefgründige Komik und atemberaubende Artistik. Das hatte das Publikum erwartet. Es wurde nicht enttäuscht.

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