Regionalität
«Vom Korn zum Brot im eigenen Dorf»: Aadorfer Bäcker setzt auf lokale Herkunft und arbeitet deshalb mit der Swiss Future Farm in Tänikon zusammen

Michael Rüedi von der gleichnamigen Bäckerei in Aadorf hält grosse Stücke auf die regionale Produktion. In Zusammenarbeit mit der Swiss Future Farm (SFF) baut er Getreide in Aadorf an, das in der Mühle Heitertal in der Nähe verarbeitet wird. Er will bald ein «Aadorfer Brot» anbieten.

Kurt Lichtensteiger
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Michael Rüedi, stellvertretender Geschäftsführer der Café-Konditorei Rüedi AG, freut sich, dass der Waldstaudenroggen bald reif ist.

Michael Rüedi, stellvertretender Geschäftsführer der Café-Konditorei Rüedi AG, freut sich, dass der Waldstaudenroggen bald reif ist.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Seine Genugtuung ist Michael Rüedi im Gesicht abzulesen, wenn er die Getreidefelder überblickt, auf denen Waldstaudenroggen und Dinkel angebaut werden. «Der gesamte Anbau ist pestizidfrei und kann bald verarbeitet werden», sagt der stellvertretende Geschäftsführer der Café-Konditorei Rüedi AG. Der Waldstaudenroggen sei eine der ältesten Getreidesorten – aber leider auch fast ausgestorben. In den nächsten Wochen kann das Getreide geerntet und in der Mühle Heitertal, einem Kleinbetrieb ganz in der Nähe, gemahlen und für das Brotbacken verwendet werden. Rüedi sagt:

«Damit wird die ganze Wertschöpfung in der Region gehalten.»

Rüedi zieht einen Vergleich mit dem Weinbau, dessen regionale Erzeugnisse unter bestimmten Voraussetzungen mit Gütesiegeln, sogenannten AOCs («Appellation d’Origine Controlée»), versehen werden. Produkte mit einem derartigen Siegel stehen für eine enge Verbindung zwischen Erzeugung und Terroir. Das sei in diesem Fall bestimmt auch gegeben, meint Rüedi.

In Zukunft würden alle Roggen- und Dinkelbrote ein Aadorfer Mehl enthalten, das nicht standardisiert sei und eine spezielle Geschmacksrichtung aufweise. Wie weit der lokale Ursprung geschmacklich spürbar sein wird, dürfte auch vom individuellen Geschmacksempfinden abhängig sein, sagt Rüedi. Wann das Aadorfer Brot erstmals zum Verkauf angeboten wird, ist noch nicht bekannt.

Agroscope lädt zur digitalen Schatzsuche ein

Mit einem «Actionbound» auf der Swiss Future Farm (SFF) in Tänikon macht die Agroscope die interessierte Bevölkerung auf den Getreideanbau aufmerksam. Diese digitale Schnitzeljagd führt mit sieben Posten über die Flächen der SFF. Der Weg ab Start hinauf zum Tänikoner Weiher und zurück nimmt rund eine knappe halbe Stunde in Anspruch.

An sieben Posten erfährt man Wissenswertes über den Getreideanbau.

An sieben Posten erfährt man Wissenswertes über den Getreideanbau.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Je nach Dauer der interaktiven Tätigkeit an den verschiedenen Posten kann sich der zeitliche Aufwand verlängern. Die einen Besucher begnügen sich mit dem Lesen der Beschriftungen und rätseln über dieses und jenes. Wieder andere, nämlich digital Fortgeschrittene, laden die App herunter und fotografieren den QR-Code. Dermassen vertraut mit dem Internet, dass die nötigen und weitreichenden Informationen bald zur Hand sind und das Landwirtschaftsquiz beantwortet werden kann. Auf der Farm lädt zudem eine Festbank zum Verweilen ein. Getränke gibt es in Selbstbedienung.

Nach Abschluss des letzten Postens – der Start ist an jedem Posten möglich – muss nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen werden. Im «Café-Konditorei Rüedi» an der Bahnhofstrasse 7 wartet ein Dinkelbrötli auf die Beteiligten. Bis jetzt hielt sich die Anzahl an Teilnehmenden noch in Grenzen, vor allem infolge des schlechten Wetters. Der «Actionbound» dauert noch bis 1. August.

Weitere Infos dazu unter www.swissfuturefarm.ch

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