Aadorf verdichtet sich: Die Kifa AG erstellt eine Überbauung im Einfamilienhausquartier

Auf der Aadorfer Wasserfurri war am Montag Baustart für eine Überbauung mit 80 Wohnungen.

Olaf Kühne
Hören
Drucken
Teilen
Visualisierung der Überbauung Wasserfurri. Vier der sieben Einheiten entstehen in einer ersten Etappe bis 2021.

Visualisierung der Überbauung Wasserfurri. Vier der sieben Einheiten entstehen in einer ersten Etappe bis 2021.

Bild: PD

Das war ein langfristiges Investment: Vor nunmehr 40 Jahren kaufte Rudolf Heim senior eine Wiese im Aadorfer Wasserfurri-Quartier. Am Montag nun luden seine Söhne Ruedi und Urs Heim, CEO und stellvertretender Geschäftsleiter des Aadorfer Holzbauunternehmens Kifa AG, zum Spatenstich.

Dieser war der Baustart für dereinst sieben vier- und fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser. In zwei Etappen entstehen so mitten im Einfamilienhausquartier 80 neue Wohnungen. In einer ersten Etappe vier Gebäude; frühestens nach deren Fertigstellung 2021 sollen die restlichen drei in Angriff genommen werden.

Ruedi und Urs Heim in der Produktionshalle ihres Unternehmens, die Aadorfer Kifa AG.

Ruedi und Urs Heim in der Produktionshalle ihres Unternehmens, die Aadorfer Kifa AG.

Bild: Olaf Kühne

Am Spatenstich lobte Ruedi Heim – adressiert an den ebenfalls anwesenden Gemeindepräsidenten Matthias Küng – die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. «Wir wurden extrem gut und konstruktiv unterstützt», sagte der Bauherr.

Grupenbild für die Presse: Vor dem Spatenstich haben die Bagger längst ihre Arbeit aufgenommen.

Grupenbild für die Presse: Vor dem Spatenstich haben die Bagger längst ihre Arbeit aufgenommen.

Bild: Olaf Kuehne

Wie dieses Lob gemeint war, erklärte sein Bruder Urs Heim anhand der kurzen Vorlaufzeiten: «Das Projekt haben wir im Mai 2017 in Angriff genommen, im August 2018 erhielten wir den Gestaltungsplan bewilligt, im Mai 2019 konnten wir das Baugesuch einreichen und bereits im August hatten wir die Baubewilligung.» Vor allem aber freute sich Urs Heim über den Umstand, dass gegen das Vorhaben keinerlei Einsprachen erhoben wurden. «Das spricht wohl für die Qualität unseres Projektes.»

Alsdann setzte er zu einem eigentlichen Werbespot für den Standort an: Schulareal mit Kindergarten bis Sek, Hallenbad, Waldrand, Bahnhof – alles in Fussdistanz. «Und mit der S12 ist Zürich in 35 Minuten erreichbar.»

Holzbau aus regionalen Fichten und Tannen

Die Überbauung sei indes nicht nur wegen der Verdichtung des Dorfes, dem Minergie-Standard und der guten ÖV-Anbindung ökologisch, führte der Holzbauunternehmer weiter aus. «Wir verbauen hier 2200 Kubikmeter einheimisches Holz, Fichte und Tanne aus der Region.» Mit der anschliessenden Rechnung hatte Urs Heim die Lacher auf sicher: «In diesem Holz ist so viel CO2 gespeichert, dafür müsste man mit einem Auto 36-mal um die Erde fahren – und wäre dafür 27 Jahre unterwegs.»

Dass die Überbauung ans Fernwärmenetz der Wärme Aadorf AG, welches wiederum durch Produktionsabfälle der Kifa AG befeuert wird, angeschlossen sein wird, verkam dabei fast zur Randnotiz.

Miet- und Eigentumswohnungen

Nadine WegelinWegelin Immobilien AG

Nadine Wegelin
Wegelin Immobilien AG

Bild: PD

Zwei der vier in der ersten Etappe entstehenden Blöcke hat der Frauenfelder Investor Stefan Böni mit seiner Böni Immobilien AG erworben. Er wird seine Wohnungen dereinst vermieten. Mit der Vermarktung der Eigentumswohnungen in den anderen beiden Blöcken haben die Heims die Aadorfer Wegelin Immobilien AG beauftragt. Auch Nadine Wegelin schwärmt vom Projekt: «Ein Drittel der Wohnungen konnten wir bereits verkaufen.» Dabei gebe es zwei Kundensegmente: Junge Familien, welche sich aufgrund der Vorzüge für Aadorf entscheiden, und ältere Aadorfer, welche sich von ihrem Einfamilienhaus trennen und in eine zentral gelegene Wohnung ziehen wollen. Weil deren Häuser wiederum für Familien frei werden, rechnet Gemeindepräsident Küng damit, dass Aadorf durch die Überbauung um weitere 150 bis 200 Einwohner wachsen wird.

Gemeinde Aadorf plant ein Ärztezentrum

Der Aadorfer Gemeinderat und die Vetter AG planen, in der Überbauung Brüel ein Ärztezentrum zu realisieren. Sie geben dafür eine Machbarkeitsstudie in Auftrag.
Roman Scherrer