Aadorf
Unter Budget und im Zeitplan: Der Ausbau der Aadorfer Kläranlage kommt gut voran

Anderthalb Jahre nach Baustart ist der Rohbau der Aadorfer Kläranlagenerweiterung fertiggestellt.

Olaf Kühne
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Die beiden alten und das neue Klärbecken der ARA Lützelmurgtal.

Die beiden alten und das neue Klärbecken der ARA Lützelmurgtal.

(Bild: Olaf Kühne)

Er ist vielleicht nicht die appetitlichste Baustelle im Hinterthurgau, sicher aber die interessanteste: der Ausbau der ARA Lützelmurgtal. Anderthalb Jahre nach Baustart lud diese Woche der Aadorfer alt Gemeindepräsident Bruno Lüscher in seiner Funktion als Baukommissionspräsident die Presse zur Baustellenbesichtigung ein.

Bruno Lüscher Baukommissionspräsident

Bruno Lüscher
Baukommissionspräsident

(Bild: ZVG)

«Ich werde immer wieder gefragt: Der Bau ist doch jetzt fertig, was macht Ihr eigentlich noch bis im Herbst 2022?», begründet Lüscher seine Einladung. Tatsächlich sei der Rohbau fertiggestellt und von der Gemeinde abgenommen. Ebenso habe man seit Baubeginn vom Wetterglück profitiert und liege deshalb hervorragend im Zeitplan. Weiter habe auch Corona zu keinen nennenswerten Lieferverzögerungen der zahlreichen Technikkomponenten geführt.

Dass der Bau sehr gut im Zeitplan liegt, bestätigt auch Marco Campigotto. Der Bau- und Wirtschaftsingenieur ist Projektleiter der Winterthurer Hunziker Betatech AG und sagt: «Im Sommer können wir die Elektroinstallationen vornehmen und im September mit den ersten Tests starten.» Für den Oktober sei dann die erste Inbetriebnahme vorgesehen. Damit ist das Projekt aber längst nicht abgeschlossen. «In der anderthalb Meter dicken Sandschicht muss sich die Biologie für die Filtration entwickeln», erklärt Marco Campigotto. «Das dauert bis zu zwei Monate, also bis zirka im Januar 2022.»

Projektleiter Marco Campigotto vor dem neu erstellten, zusätzlichen Klärbecken.

Projektleiter Marco Campigotto vor dem neu erstellten, zusätzlichen Klärbecken.

(Bild: Olaf Kühne)

Damit das hochkomplexe System einer Kläranlage sich einspielen kann, haben die Verantwortlichen für danach noch eine fünfmonatige Phase der «Betriebsoptimierung» eingeplant. Diese soll im Juni 2022 enden, anschliessend geht es an die Bauabrechnung, welche schliesslich im September 2022 genehmigt sein soll. Auch wenn dies noch weit weg ist, schwärmt Bruno Lüscher bereits jetzt: «Wir werden voraussichtlich massiv unter dem Kostenvoranschlag abschliessen können.»

Dieses «massiv» beziffert der Baukommissionspräsident mit rund zwei Millionen Franken, was nicht nur im reibungslosen Bauablauf begründet liege, sondern vor allem auch in den Tiefbau- und Baumeisterarbeiten, welche bedeutend günstiger, als einst angenommen, offeriert worden seien. «Trotzdem haben sie eine Toparbeit abgeliefert», sagt Bruno Lüscher – und stellt auch gleich ein grosses Einweihungsfest in Aussicht. Dieses soll indes erst 2023 über die Bühne gehen, was für einmal nichts mit Corona zu tun hat. 1973 in Betrieb genommen, feiert die Aadorfer Kläranlage 2023 ihr 50-jähriges Bestehen.

Die technischen Installationen im Untergrund der Kläranlage sind schon weit gediehen.

Die technischen Installationen im Untergrund der Kläranlage sind schon weit gediehen.

(Bild: Olaf Kühne)

2018 an der Urne bewilligt

Zum Abwasserzweckverband Lützelmurgtal gehören die Hinterthurgauer Gemeinden Aadorf, Bichelsee-Balterswil und Eschlikon sowie das zürcherische Hagenbuch. Deren Stimmbürger waren im November 2018 an die Urne gerufen, um über einen 15,9-Millionen-Kredit zu befinden. Mit klarem Resultat: 87 Prozent befürworteten den Kapazitätsausbau der ARA Aadorf sowie deren Erweiterung um eine Reinigungsstufe gegen Mikroverunreinigungen. Der Ausbau wurde erforderlich, weil die Kläranlage einst für maximal 18'000 Einwohner ausgelegt wurde, in ihrem Einzugsgebiet aber schon über 20'000 Menschen leben. (kuo)

Drohnenflug über die ARA Lützelmurgtal.

(Video: Olaf Kühne)