Glosse
Aadorf ist wenigstens ein glattes Fasnachtssujet

Südsicht auf doppelt verschickte Stimmrechtsunterlagen und ein gepimptes Aadorfer Einwohnerregister.

Olaf Kühne
Drucken
Teilen
Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Vorab müssen wir uns bei allen entschuldigen, die wir langweilen, weil wir an dieser Stelle nach nur einer Woche schon wieder über Aadorfs Stadtwerdung schreiben. Oder besser: schreiben müssen. Denn jetzt haben sie in Aadorf den Bogen schon ein kleines bisschen überspannt, finden wir.

Aber der Reihe nach: Vergangene Woche berichteten wir darüber, dass Aadorf zwar erst 9004 Einwohnerinnen und Einwohner zählt, zum Jahresende aber die letzten Kühe aus dem Dorf verbannt hat – und deshalb eben jetzt schon wahnsinnig städtisch ist. Oder urban, das tönt noch besser.

Das mit den «erst» 9004 Einwohnern wollten sie in Aadorf aber nicht auf sich sitzen lassen. Zumal ihnen Sirnach mit 8000 Einwohnern im Hinterthurgauer Städteduell dicht auf den Fersen ist.

Findig, wie sie nun mal sind in Aadorf, haben sie deshalb an ihrem Einwohnerregister geschraubt. Eigentlich eine schlaue Idee, um endlich Stadt zu werden – würden wir nicht in drei Wochen Bezirksrichter wählen und den Evangelikalen ihr trümmliges Referendum um die Ohren hauen.

So aber sind Stimmrechtsausweise doppelt in den Briefkästen gelandet, der Aadorfer Städtebschiss ist aufgeflogen. Es seien nur vier Fälle, sagen sie. Floskeln wie «Spitze des Eisbergs» oder «Dunkelziffer» lassen sie nicht gelten.

Die Krux: Mit vier Fällen kommen wir auf gerade mal 9008 Einwohner. Das reicht immer noch nicht zur Stadt, ist aber wenigstens ein glattes Fasnachtssujet.