Aadorf
Erinnerungsstücke an die Olma weg: Unbekannte stehlen Kuhglocken von Bauernhof

Die pensionierte Aadorfer Bäuerin Helen Erni ist entsetzt. Vergangene Woche verschwand über Nacht ihr geschätzter Wandschmuck: fünf Kuhglocken, die sie und ihr Mann vor Jahrzehnten an der Olma gekauft hatten.

Kurt Lichtensteiger
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Wo bis vor Kurzem die nun gestohlenen Kuhglocken hingen, macht Helen Erni ihrem Unmut Luft.

Wo bis vor Kurzem die nun gestohlenen Kuhglocken hingen, macht Helen Erni ihrem Unmut Luft.

(Bild: Kurt Lichtensteiger)

Helen und Niklaus Erni bewirtschafteten noch bis vor Kurzem einen Landwirtschaftsbetrieb an der Weiernstrasse. Ein Kleinbetrieb, der noch zu den letzten im Dorf gehörte. Heute weisen noch zwei metallene Kühe und dahinter ein dahertrottender Bauer auf die bäuerliche Herkunft hin. Die Kunstinstallation eines Appenzeller Künstlers ist bei den Passanten auf Wohlgefallen gestossen.

Diese positive Resonanz hat die beiden dazu bewogen, auch mit weiteren Exponaten die Betrachter zu erfreuen. Deshalb hängten sie in einer Nische ihrer angrenzenden Scheune, wo sich einst die Heubelüftung befand, fünf gusseiserne Kuhglocken auf. Doch lange währte die Freude nicht. Die Glocken wurden über Nacht gestohlen. Helen Erni kann die Dreistigkeit der Diebe nicht verstehen und hat umgehend polizeiliche Anzeige erstattet.

Es sind Erinnerungsstücke

«Mir geht es nicht um den materiellen Wert, der auf über 1000 Franken beziffert werden kann», sagt die pensionierte Bäuerin. «Vielmehr tangiert mich die ideelle Seite, handelt es sich doch um Erinnerungsstücke, die wir vor rund 50 Jahren an der Olma gekauft haben, und die deshalb auch einen Erinnerungswert haben.» Dass die Diebe so unverfroren waren, die Glocken einfach so mitzunehmen, sei schon traurig. Ganz ohne Aufwand ging es nämlich nicht, denn das Diebesgut war mit Nägeln befestigt und mit einer Schlaufe versehen. Sie meinte, in der fraglichen Nacht noch etwas gehört zu haben, doch schenkte sie dem vermeintlichen Geräusch keine weitere Beachtung.

«Schön wäre es schon, wenn die diebischen Leute zur Rechenschaft gezogen würden. Vielleicht empfinden sie sogar Reue und legen das Diebesgut wieder zurück. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt,» sagt Helen Erni, die den Verlust auch Tage nach der Missetat noch nicht verschmerzen kann.

Jahrelang zierten die fünf Glocken die Scheune des Bauernhofes.

Jahrelang zierten die fünf Glocken die Scheune des Bauernhofes.

(Bild: ZVG)

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