5G-Antenne in Matzingen ist vom Tisch – Gemeinderat lehnt Baugesuch erneut ab: «Der Standort ist einfach unglücklich»

Der Matzinger Gemeinderat hat auch das zweite Baugesuch von Salt für eine 5G-Mobilfunkantenne im Gebiet Juch abgelehnt.

Rahel Haag
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Blick auf das  Wohn- und Gebwerbegebiet Juch (links der Hauptstrasse) in Matzingen, wo die 5G-Antenne hätte hinkommen sollen. (Bild: Olaf Kühne)

Blick auf das  Wohn- und Gebwerbegebiet Juch (links der Hauptstrasse) in Matzingen, wo die 5G-Antenne hätte hinkommen sollen. (Bild: Olaf Kühne)

Walter Hugentobler ist erleichtert. Vor rund einem Monat hat der Matzinger Gemeinderat das Baugesuch der Mobilfunkbetreiberin Salt für eine 5G-Mobilfunkantenne abgelehnt. «Salt hat keinen Rekurs eingelegt», sagt der Gemeindepräsident. Die Handyantenne hätte auf dem Dach eines Umzugsunternehmens an der Frauenfelderstrasse 64 realisiert werden sollen. Am Rande des Wohnquartiers Juch, neben einem Spielplatz. «Mit einer Höhe von 25 Metern hätte die Antenne alle anderen Gebäude überragt.»

Die 5G-Mobilfunkantenne wäre die zweite im Kanton gewesen. Bisher existiert erst eine in Felben-Wellhausen. Das Mobilfunknetz 5G ist umstritten. Auf der Website der Krebsliga Schweiz heisst es beispielsweise: «Hinsichtlich der Unsicherheiten bezüglich Langzeiteffekten und möglichen Risiken für Kinder und Jugendliche empfiehlt die Krebsliga Schweiz einen zurückhaltenden Umgang mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern.»

Aus ästhetischen Gründen abgelehnt

Gemeindepräsident Walter Hugentobler. (Bild: Samuel Koch)

Gemeindepräsident Walter Hugentobler. (Bild: Samuel Koch)

In Matzingen war das Baugesuch von Salt bereits zum zweiten Mal abgelehnt worden. Das erste lag bis im Februar 2018 öffentlich auf. «Dieses mussten wir ablehnen», sagt Hugentobler. Der Grund ist simpel: Das Baugesuch sei fehlerhaft gewesen. Beim zweiten sah die Sache anders aus. Dieses Baugesuch habe der Gemeinderat aus bauästhetischen Gründen abgelehnt. «Der Standort ist einfach unglücklich.» Derselben Meinung waren auch die Anwohner. Aus Sorge um die eigene Gesundheit und Angst vor einer Wertminderung ihrer Häuser, hatten sie mit Einsprachen und einer Petition gedroht.

«Wir konnten nachvollziehen, weshalb sich die Anwohner gegen die Antenne gewehrt haben», sagt Hugentobler. Dennoch hätten diese Bedenken nicht den Ausschlag gegeben, das Baugesuch abzulehnen. Hugentober sagt:

«Der Gemeinderat ist nicht grundsätzlich gegen eine Mobilfunkantenne.»

Sie hätten Salt gar einen anderen Standort vis-à-vis in der Industriezone angeboten. Doch sie bekamen einen Korb. Der Grund: Der Standort sei «technisch ungeeignet».

Mobilfunkantenne ist ein zweischneidiges Schwert

Da Salt darauf verzichtet hat, gegen den Entscheid des Gemeinderates Rekurs einzulegen, sei das Projekt «Mobilfunkantenne im Wohnquartier Juch» bis auf weiteres vom Tisch. «Uns war bewusst, dass die Gemeinde in einem allfälligen Rekursverfahren höchstwahrscheinlich unterlegen wäre», sagt Hugentobler. Eine Mobilfunkantenne sei letzten Endes immer ein zweischneidiges Schwert: «Alle hätten gerne besseren Handyempfang, aber keiner will die Antenne vor der Haustür.»