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50 Stimmen für ein Halleluja in der Frauenfelder Stadtkirche

Ein neues Gesangbuch gab 1868 den Anlass zur Gründung des Evangelischen Kirchenchors. Seit 150 Jahren pflegen nun sangesfreudige Frauen und Männer geistliche Vokalmusik.
Stefan Hilzinger
Probe zum Jubiläumskonzert des Evangelischen Kirchenchors in Frauenfeld. Chorleiter Christoph Lowis gibt den Takt an. (Bild: Andrea Stalder)

Probe zum Jubiläumskonzert des Evangelischen Kirchenchors in Frauenfeld. Chorleiter Christoph Lowis gibt den Takt an. (Bild: Andrea Stalder)

Zwei Wünsche hat Magdalena Wydler: «Arbeitet noch am Text. Und klebt nicht so an den Noten». Es ist Donnerstag, kurz nach halb acht, der Evangelische Kirchenchor probt. Die Präsidentin gibt den Tarif durch, freundlich aber bestimmt. Nur noch wenige Proben stehen an bis zum Jubiläumskonzert am kommenden Freitagabend in der Stadtkirche. Die romantische «Evening Hymn» von Henry Balfour Gardiner hat es in sich, mit ihren dichten Harmonien. «So, jetzt singt die Stelle bitte nochmals, diesmal piano und mit der gleichen Energie, wie wenn Ihr forte singen würdet», sagt Chorleiter Christoph Lowis. Die 50 Sängerinnen und Sänger heben an, die Stelle gelingt. «Das ist schön, toll. Das brauchen wir beim Gardiner», lobt Lowis.

Jeweils sonntags für den nächsten Sonntag geprobt

An seinem Jubiläumskonzert blickt der Chor auf 150 Jahre Geschichte zurück. Der evangelische Kirchenchor erblickt im Jahr 1868 das Licht der Welt. Im gleichen Jahr patentiert die Firma Remington die erste funktionierende Schreibmaschine der Welt. Dass es den Chor gibt, hat damit aber nichts zu tun, sondern mit dem neuen Kirchengesangbuch, das im gleichen Jahr im Verlag Huber Frauenfeld erscheint. Zehn Jahre dauerten die Vorarbeiten an dem Gemeinschafswerk der Reformierten der Kantone Thurgau, Graubünden und Glarus. Gemäss Beschluss der Thurgauer Synode bleibt den Kirchgemeinden vier Jahre Zeit, das neue Werk einzuführen. In Frauenfeld geht Stadtpfarrer J. J. Berger mit gutem Beispiel voran, und gründet den evangelischen Kirchengesangsverein. Jeweils am Sonntag nach dem Gottesdienst übten die Sängerinnen und Sänger die Lieder für den darauffolgenden Sonntag.

«Wir sind ein Chor für alle, die gerne singen.»
Magdalena Wydler, Präsidentin

Im Grundsatz hat sich daran nichts verändert. Der Chor singt geistliche Lieder und wirkt übers Jahr an mehreren Gottesdiensten mit, besonders an den hohen Feiertagen, wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geprobt wird jedoch schon längst nicht mehr am Sonntag, sondern am Donnerstagabend im Kirchgemeindehaus. «Wir sind ein Chor für alle, die gerne singen», sagt Madgalene Wydler, die vor mehr als 30 Jahren in den Chor eintrat und ihn seit zehn Jahren präsidiert.

Thomas Götz moderiert Jubiläumskonzert

Das Jubiläumsfest am kommenden Freitag soll etwas Besonderes werden. Musik und Gesang stehen zwar im Zentrum, doch ebenso wichtig ist die Festwirtschaft, die der Chor vor und nach dem Konzert betreibt. «Es soll ein fröhliches Fest werden», sagt Wydler. Das seine beisteuern, wird Moderator Thomas Götz. Der Schauspieler und Kabarettist aus Weinfelden war selbst einmal Sänger im Frauenfelder Kirchenchor. «Er wird das Publikum sicher nicht mit Jahreszahlen aus der Vereinsgeschichte bombardieren», sagt die Präsidentin.

Nach der Probe gerne auch mal in die Beiz

«Es sei ein besonderes Privileg, als Sängerin mit einem professionellen Chorleiter arbeiten zu dürfen», findet Wydler. Dirigent Christoph Lowis ist als Organist und Leiter Kirchenmusik von der Evangelischen Kirchgemeinde angestellt. Den Chor hat Lowis Anfang Jahr übernommen. Präsidentin Wydler und Mitsänger Peter Wildberger räumen ein, dass Chorgesang einen schweren Stand hat bei den Jungen. «Früher, da trat man mit 20 in einen Chor ein und ist geblieben», sagt Wildberger. Doch diese Zeiten seien leider schon lange vorbei. Für die grösseren Werke verstärkt sich der Chor deshalb regelmässig mit sogenannten Zuzügern. «Manch einer ist dann glücklicherweise hängen geblieben», sagt Präsidentin Wydler. Das Jubiläumsjahr sei eine Chance, den Chor ins Gespräch zu bringen. «Dazu sollten wir nach der Probe auch wieder vermehrt in die Beiz, ‹eis go zieh›», sagt Wydler.

Eine bunte Mischung und Bachs Weihnachtsoratrium

Eine bunte Mischung und Bachs Weihnachtsoratorium
An der Jubiläumsfeier am kommenden Freitagabend bietet der Kirchenchor mit dem Stadtorchester einen bunten musikalischen Rückblick auf 150 Jahre Chorgeschichte. So erklingt unter anderem «Herr, Dir ist niemand zu vergleichen» von Justin Heinrich Knecht (1752 – 1817). Das Werk ist eines der ersten, das der Chor nachweislich öffentlich aufgeführt hat. Nicht fehlen im Programm darf das bekannte «Halleluja» aus Georg Friedrich Händels Oratorium «Messias». Die vier Sätze von Ludwig van Beethovens erster Sinfonie rahmen die geistlichen Vokalwerke ein. Einen Leckerbissen bietet der Chor dann zu Beginn der Adventszeit: die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian. Bach. Für dieses Projekt sucht der Chor Gastsängerinnen und Gastsänger. Die Proben starten nach den Sommerferien. (hil)

Hinweis Konzertbeginn am Freitag ist um 19.30 Uhr, Festwirschaft ab 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.kirchenchor-frauenfeld.ch

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