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4.14 Uhr – und tschüss Open Air Frauenfeld!

Nach Trettmann war für viele Schluss mit Open Air. Und am Bahnhof Frauenfeld wird die Nacht nochmals zum Tag.
Stefan Hilzinger
(Bilder: Stefan Hilzinger)(Bilder: Stefan Hilzinger)
11 Bilder

Szenen einer Nacht: Die Open-Air-Gäste verlassen das nächtliche Frauenfeld

Plötzlich macht sich Hektik breit. Eben hatte die Ansage die Einfahrt des Zuges um 4.14 Uhr angekündigt. Die Frühheimkehrer vom Open Air Frauenfeld eilen übers Perron, suchen ihr Gepäck. Bald drängen sich die Menschenmassen vor den Türen das Zugs nach Zürich. Zwei sind sich nicht einig, wo sie nun anstehen sollen. Die Zeit drängt, der Platz ist knapp. «Los, ich will kei Striit meh hüt Nacht», sagt der eine.

Während draussen auf der Grossen Allmend die Party für einige noch weitergeht bis es tagt, kehren vielen dem grössten Hiphop-Festival Europas noch in der Nacht auf Sonntag den Rücken. Deutsch-Rapper Trettmann trat als letzter auf der Hauptbühne auf. Sein Konzert endete um Zwei.

Gefährliche Kreistänze

Die S-Bahn-Züge Richtung Winterthur und Zürich verkehren durchgehend im Halbstundentakt. Von 5.35 Uhr bis 12.35 Uhr setzten die SBB zudem 15 Extrazüge ein. Vor allem die aus der Westschweiz scheinen Stalldrang zu verspüren: Berner, Romands und Walliser. «Nach Hause, duschen, schlafen», sagt Jonny. Er ist aus Alchenstorf, Kreis Emmental. «600 Einwohner», diktiert er in die Notizen. Die Hälfte ihrer 17-köpfigen Gruppe ging unterwegs verloren. Doch dafür haben sich ihnen zwei Frauen aus Sursee angeschlossen. «Moshpits sind imfau vou gförlech», sagt eine. Das sei ein Kreistanz. Ein Junge, der warum auch immer eine Dose Mais hochhält, sagt:

«Aber ich habe Euch doch gerettet.»

Bei Gleis 2 wartet eine Gruppe Mädchen auf den Zug nach Romanshorn. Zu Fünft feierten die Teenager ihre Open-Air-Premiere. Sie trinken Eistee und ihr Material schieben sie in Grüngutcontainern zurück in den Oberthurgau. «Nur blöd, dass wir das Zeltdepot nicht zurückerhalten haben», sagt eine.

Es sei nicht in Ordnung, dass die Depotstation in der Nacht nicht geöffnet habe. 40 Franken hätten sie liegen gelassen. Doch die Leaderin der Gruppe gibt sich kämpferisch: «Die hole ich schon zurück. Ich schreib denen was!»

Ein Hasch-Duft liegt über allem

Um den Rückreisestrom zu bewältigen, setzen die SBB Kundenlenker ein. «Die erste Klasse ist für alle freigegeben. Geht bitte durch bis in den Gang», fordert Pascal die Reisenden auf. Doch es bewegt sich nicht mehr viel. Beim Kiosk an die Wand gelehnt, dösen zwei in ihren Schlafsäcken. Sie scheinen vom Trubel nichts zu merken. Manche hocken in Klappstühlen und starren auf ihre Handys. Einer würde gerne Jassen. Hasch-Duft liegt über allem.
Zwei Studentinnen aus Brig warten auf einen spätern Zug. Zweimal umsteigen bis ins Wallis. Und am Montag, arbeiten? «Jaaa, Ferienjob» tönt es wenig enthusiastisch. Doch es sei schön gewesen, hier in Frauenfeld.

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