32 Corona-Verdachtsfälle im Thurgau – bei fünf Personen ist Befund noch ausstehend

Der kantonale Fachstab zum Corona-Virus umfasst jetzt auch den Kern des kantonalen Führungsstabs des Kantons Thurgau. Weiter mussten mehrere Veranstaltungen abgesagt werden.

Larissa Flammer
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Prophylaxe mit Spendern von Desinfektionsmittel für die Hände.

Prophylaxe mit Spendern von Desinfektionsmittel für die Hände.

Bild: Bruno Kissling/Oltner Tagblatt

Im Kanton Thurgau ist weiterhin kein Fall eines Corona-Virus-Patienten bestätigt worden. Bisher gab es aber 32 Verdachtsfälle. «Die Personen wurden alle im Spital getestet», sagt Bettina Kunz vom Informationsdienst des Kantons. Bei fünf Fällen ist der Befund noch ausstehend, die restlichen Personen wurden negativ getestet. Kunz sagt:

«Diese fünf Personen befinden sich bis zum Befund zu Hause oder im Spital in Isolation.»
Bettina Kunz.

Bettina Kunz.

Bild: Donato Caspari

In einer Medienmitteilung von Freitagnachmittag heisst es, dass der Fachstab Gesundheit des Kantons Thurgau auf den Kernstab des kantonalen Führungsstabs ausgedehnt wurde. Dies habe die zuständige Regierungsrätin Cornelia Komposch entschieden. Bettina Kunz erklärt die wichtigste Änderung:

«Der Fachstab stand unter der Leitung des Amts für Gesundheit. Jetzt mit dem Kern des Führungsstabs übernimmt das Amt für Bevölkerungsschutz und Armee.»
Hans Peter Schmid.

Hans Peter Schmid.

Bild: Andrea Stalder

Dessen Chef ist Hans Peter Schmid, die Chefin des Führungsstabs ist Regierungsrätin Komposch. Dass nun der Fachstab auf den Kern des kantonalen Führungsstabs ausgeweitet wurde, hat mit den Ressourcen zu tun. «Das Amt für Gesundheit hat zurzeit sowieso viel zu tun. Deshalb gibt es die Leitung des Stabs ab», erklärt Kunz.

Cornelia Komposch.

Cornelia Komposch.

Bild: Andrea Stalder

Spezielle Befugnisse hat der kantonale Führungsstab noch keine erhalten, dafür müsste der Kanton die ausserordentliche Lage ausrufen, was nicht passiert ist. Die nächste Sitzung des Stabs ist für Dienstag angesetzt. Wie Bettina Kunz sagt, stehen die Verantwortlichen aber auch über das Wochenende in Kontakt.

Veranstaltungen müssen vom Kanton beurteilt werden

Weil der Bund ab sofort und bis mindestens am 15.März Veranstaltungen von mehr als 1000 Personen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus verboten hat, mussten auch mehrere Veranstaltungen im Kanton Thurgau abgesagt werden.

In der Medienmitteilung des Kantons heisst es: «Veranstaltungen von weniger als 1000 Personen müssen vom Amt für Gesundheit (kantonsärztlicher Dienst) des Kantons Thurgau in Absprache mit den Veranstaltern beurteilt werden.» Das Amt ist unter der Nummer 058'345'68'60 erreichbar – für Fragen von Veranstaltern ausnahmsweise auch heute Samstag von 9 bis 11 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr.

Bei Infektion in Schulklasse würde der Kanton zusammen mit der Schule die Lage beurteilen

Bezüglich Notfallplan hält sich er Kanton Thurgau grundsätzlich an das Schweizer Epidemiegesetz, an den Influenza-Pandemieplan Schweiz sowie an ein entsprechendes Strategiekonzept zum Corona-Virus des Bundes. Der kantonale Fachstab Gesundheit bereitet sich darüber hinaus individuell auf den Fall eines Krankheitsausbruchs im Thurgau vor. Dazu gehört unter anderem, dass die für solche Fälle vorgesehenen Anlagen, in denen etwa Personen isoliert werden könnten, überprüft werden. Das Gesundheitsamt des Kantons Thurgau steht ausserdem in engem Kontakt mit der Spital Thurgau AG sowie dem Bundesamt für Gesundheit.

Für die aktuellen Empfehlungen im Bereich der betrieblichen Vorbereitung verweist der Kanton auf seiner Website auf das Suva-Handbuch «Pandemieplan». Darin seien Massnahmen beschrieben für KMU, um im Pandemiefall die Mitarbeitenden vor Ansteckungen zu schützen und den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Das nationale Epidemiegesetz gibt dem Kanton das Recht, Veranstaltungen zu verbieten oder einzuschränken. Weiter hat er die Möglichkeit, Schulen, andere öffentliche Institutionen und private Unternehmen zu schliessen oder Vorschriften zum Betrieb zu verfügen. Grundsätzlich liegt die Autonomie, die Schule ausfallen zu lassen, aber auf Gemeindeebene. Sollte es in einzelnen Schulen zu einer Infektion kommen, würde der kantonsärztliche Dienst zusammen mit der betroffenen Schule und der Gemeinde das weitere Vorgehen besprechen.

Der Regierungsrat kann das Betreten und Verlassen bestimmter Gebäude und Gebiete sowie bestimmte Aktivitäten an definierten Orten verbieten oder einschränken. Grundsätzlich wäre der Regierungsrat oder in einem solchen Fall eher der kantonale Führungsstab also ermächtigt, in einer ausserordentlichen Lage Sperrgebiete anzuordnen. Die Verhältnismässigkeit muss gewahrt bleiben.

Hinweis: Informationen zum Corona-Virus und zu laufenden Veränderungen: www.tg.ch/coronavirus

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