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Gummistiefel brauchte es keine, dafür sind 294 Herdermer Fusions-Unterschriften im Trockenen

Die Idee einer Gemeindefusion im Seebachtal kommt bei den Einwohnern von politisch Herdern offensichtlich an. Am Donnerstagabend fand die Übergabe der Petition der Bürgergruppe «Zukunft Gemeinde Herdern» statt.
Mathias Frei
Gemeindepräsident Ulrich Marti bekommt von Patrick Bucher von «Zukunft Gemeinde Herdern» die Unterschriften überreicht. (Bild: Reto Martin)

Gemeindepräsident Ulrich Marti bekommt von Patrick Bucher von «Zukunft Gemeinde Herdern» die Unterschriften überreicht. (Bild: Reto Martin)

Bei Übergaben von Fusionspetitionen kann es schon mal feucht werden – und bisweilen auch fröhlich. «Ich bin froh, dass ich die Gummistiefel nicht herausholen musste», sagt Herderns Gemeindepräsident Ulrich Marti. Ursprüngliche Idee der Bürgergruppe «Zukunft Gemeinde Herdern» war es nämlich, die Übergabe der Fusions-Petition am hierfür symbolträchtigen Drei-Gemeinden-Eck von Herdern, Hüttwilen und Warth-Weiningen durchzuführen – mitten im Seebach. Schliesslich hat man sich eines Besseren besonnen. Treffpunkt am Donnerstagabend ist die Tiefenmühle. Der Seebach als Grenzfluss zu Warth-Weiningen ist keine zehn Meter entfernt. Ein Dutzend Mitglieder von «Zukunft Gemeinde Herdern» ist anwesend, Gemeindepräsident Marti und Gemeinderat Franz Weber vertreten die Politische Gemeinde.

Die Bürgergruppe hat Anfang September eine Petition lanciert.

«Wir möchten den Herdermer Gemeinderat dazu auffordern, eine Fusion mit einer anderen Politischen Gemeinde im Seebachtal zu prüfen.»

Das erklärt Patrick Bucher von «Zukunft Gemeinde Herdern». Mit dieser Meinung steht die Bürgergruppe offensichtlich nicht alleine da. Von den aktuell 1076 Personen, die in der Gemeinde wohnhaft sind, haben 294 unterschrieben. Das sind gut 27 Prozent. Bucher zeigt sich ob dieser Zahl überaus zufrieden. 200 Unterschriften innert Monatsfrist waren vor Sammlungsstart das Ziel. Nun sind es fast 100 mehr geworden – aus allen Dorfteilen und innerhalb von nur zwei Wochen.

Nicht auf Druck von aussen reagieren müssen

Der Bürgergruppe geht es darum, dass Fusionsszenarien geprüft werden, «solange man noch Zeit hat» und nicht erst auf Druck von aussen, etwa durch den Kanton. Im Fokus sind die angrenzenden Gemeinden im Schulkreis der Sek Hüttwilen, also Hüttwilen und Warth-Weiningen. Die zwei Gemeinden befänden sich in demselben Kulturraum wie Herdern und seien auch geografisch ähnlich ausgerichtet, nach Frauenfeld. Ziel ist laut Bucher eine nachhaltige und kompetente Verwaltungsorganisation. Auf lange Frist könnte auch eine Senkung des Steuerfusses möglich werden.

Blick von Frauenfeld auf die beiden Ortsteile Herdern (links) und Lanzenneunforn (rechts). (Bild: Andrea Stalder)

Blick von Frauenfeld auf die beiden Ortsteile Herdern (links) und Lanzenneunforn (rechts). (Bild: Andrea Stalder)

In dieser Sache hat Gemeindepräsident Marti die frohe Botschaft zu verkünden, dass die Behörde an der Budgetgemeinde im November eine Senkung von drei Prozentpunkten beantragt. Bei der Übergabe der Unterschriften bedankt er sich herzlich für das Engagement der Bürgergruppe. Marti spricht von dieser Petition als einem «Spiegelbild der Bevölkerung» für den Gemeinderat. Aber er erwähnt auch, dass es für die Fusionsidee einen langen Schnauf braucht. Der 1998 vollzogene Zusammenschluss von Herdern und Lanzenneunforn zur Politischen Gemeinde habe 15 Jahre früher seinen Anfang genommen. Patrick Bucher meint dazu:

«Wir sind nicht in Eile.»

Der Gemeinderat könne sich dem Anliegen in neuer Zusammensetzung in der neuen Legislatur annehmen. Marti nickt und spricht vom richtigen Zeitpunkt der Petition. Die grosse Anzahl Unterschriften zeige das Bedürfnis der Bevölkerung. Vorerst steht fest, dass der Gemeinderat gemäss Gemeindeordnung innert sechs Monaten Stellung nehmen muss zur Petition. Und was auch klar ist: Bis aus der Idee Konkretes erwachsen sollte, fliesst noch ganz viel Wasser den Seebach hinunter.

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