25'804 Stunden: So viel hat die Spitex Thurgau Nordwest im vergangenen  Jahr in Pflege und Hauswirtschaft geleistet

Der regionale Spitex-Zweckverband an Untersee und Rhein nimmt seine Prozesse unter die Lupe, um Sparpotenzial auszuloten. Dies hat kürzlich die Delegiertenversammlung beschlossen. 

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Eine Spitex-Mitarbeiterin bei der Arbeit. (Bild: Benjamin Manser)

Eine Spitex-Mitarbeiterin bei der Arbeit. (Bild: Benjamin Manser)

(red) Für Andreas Gäumann war es die letzte ordentliche Delegiertenversammlung. Per Ende Juli gibt er das Präsidium des Spitex-Zweckverbands Thurgau Nordwest – «auf eigenen Wunsch», wie er an der DV in Mammern festhielt. Nach zwölf Jahren in der Leitung von Spitex-Organisationen wolle er sich neuen Aufgaben in der Kirche zuwenden, erklärte Gäumann, der als Pfarrer von evangelisch Steckborn amtet. Seine Nachfolge wird an der ausserordentlichen Versammlung vom 8. Mai gewählt.

Ertrag pro geleisteter Stunde stagniert

Andreas Gäumann, Präsident Spitex-Zweckverband Thurgau Nordwest. (Bild: Reto Martin)

Andreas Gäumann, Präsident Spitex-Zweckverband Thurgau Nordwest. (Bild: Reto Martin)

Seit dem Start der Spitex Thurgau Nordwest im Jahr 2013 sei der Ertrag zwar um 22 Prozent gestiegen, der Aufwand aber zugleich um 32 Prozent, erklärte Gäumann. Dafür gebe es einige Erklärungen: Weil die Vergütungssätze der Krankenkassen seit 2011 nicht mehr angehoben wurden, stagnierte der Ertrag pro Stunde. Der Ertrag stieg nur in Relation zu den erbrachten Mehrstunden, aber diese erhöhten natürlich auch die Kosten. Die Ausgaben wuchsen durch immer kostenintensivere gesetzliche Vorgaben und steigende Personalkosten.

Die von Gäumann geleitete Betriebskommission will es bei diesen Erklärungen nicht bewenden lassen und den Gründen für den überproportional gestiegenen Aufwand in einer Kosten- und Prozessanalyse vertieft nachgehen. Der hierfür nötige Kredit wurde von der Delegiertenversammlung genehmigt. «Die Kosten- und Prozessanalyse soll Einsparungsmöglichkeiten aufzeigen und sich dadurch schnell amortisieren», heisst es in der vom Zweckverband verschickten Medienmitteilung.

Bessere Wirtschaftlichkeit bei mehr Leistungen

Wie Gäumann ausführte, arbeiteten die Spitex-Mitarbeitenden im Jahr 2018 rund 25804 Stunden in Pflege und Hauswirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr wurden acht Prozent mehr Leistungen in Anspruch genommen. Eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit zeigt sich laut Gäumann in der höheren Verrechenbarkeit der erbrachten Stunden (2017: 56,1 Prozent; 2018: 58,3 Prozent).

Die Personalkosten stiegen gemäss dem Präsidenten erneut deutlich, weil mehr Stunden abgerufen wurden und die Lohnkosten generell wuchsen. Deswegen erhöhten sich die gesamten Ausgaben von 2,545 Millionen Franken im Jahr 2017 auf 2,806 Millionen 2018. Der Gemeindeanteil stieg von 972000 Franken (2017) auf 1,081 Millionen im Rechnungsjahr 2018. Im Verhältnis zu den Ausgaben blieb der Gemeindeanteil aber konstant. Die Delegierten genehmigten die Jahresrechnung und die Kostenverteilung einstimmig.