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2000-Watt-Gemeinde Tobel-Tägerschen setzt auf Bürgerbeteiligung

Tobel-Tägerschen verkauft das Solardach auf seiner Mehrzweckhalle.
Olaf Kühne
Visualisierung der neuen Tobler Mehrzweckhalle. Von ihrem Dach fliesst dereinst Solarstrom. (Bild: ZVG)

Visualisierung der neuen Tobler Mehrzweckhalle. Von ihrem Dach fliesst dereinst Solarstrom. (Bild: ZVG)

Reich wird man damit nicht. Dies sei aber auch nicht die Idee, betont Rolf Bosshard. Der Gemeindepräsident von Tobel-Tägerschen ist in seiner Funktion als Präsident der kommunalen 2000-Watt-Kommission auch zuständig für das Projekt «Mein Solarstrom».

Rolf BosshardGemeindepräsidentTobel-Tägerschen

Rolf Bosshard
Gemeindepräsident
Tobel-Tägerschen

Im Sinne einer Bürgerbeteiligung können Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde quadratmeterweise Anteile an der Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der künftigen Tobler Mehrzweckhalle erwerben.
Der Bau war durch die Gemeindeversammlung im vergangenen Jahr bewilligt worden, Spatenstich war im April.

«Andere Gemeinden sind Energie-Stadt und geben dann regelmässig Tausende Franken aus für Zertifizierungen und Re-Audits. Wir investieren dieses Geld viel lieber direkt in sinnvolle Projekte.»

Der Verkauf der Solarflächen startete dann Ende Juni. «Anlässlich der Einweihung unseres neuen Wasserreservoirs haben Mitglieder der 2000-Watt-Kommission einen Stand betrieben», erzählt Rolf Bosshard. Das habe regelrecht eingeschlagen. «Nach der Standaktion sind erfreulich viele Bestellungen bei uns eingegangen. Aktuell stehen wir bei 204 verkauften Quadratmetern.»

Die gesamthaft verfügbare Fläche beläuft sich indes auf 310 Quadratmeter. Flächen à ein, drei, fünf oder zehn Quadratmeter sind zu haben, zum Quadratmeterpreis von 280 Franken. «Die Rendite, wenn man dem so sagen darf, sieht bei den Beteiligten eine Reduktion der Stromrechnung um 120 Kilowattstunden pro Jahr vor», erklärt Bosshard das Modell, «für die nächsten zwanzig Jahre.»

Bewusst nicht Energie-Stadt

Damit werde die Investition wohl kaum gedeckt – aber: «Es ist der grüne Gedanke, der zählt.» Schliesslich ist Tobel-Tägerschen auch 2000-Watt-Gemeinde. Ein Label, wofür sich die Gemeinde einst als Pilotgemeinde entschied, an dem man nun aber aus Überzeugung festhält. «Andere Gemeinden sind Energie-Stadt und geben dann regelmässig Tausende Franken aus für Zertifizierungen und Re-Audits», sagt Bosshard. «Wir investieren dieses Geld viel lieber direkt in sinnvolle Projekte.»

Dieser Gedanke scheint in der Gemeinde angekommen. Denn Bosshard ist zuversichtlich, auch die verbleibenden Quadratmeter noch an die Frau und an den Mann bringen zu können. Haben doch die Tobler und Tägerscher längst bewiesen, dass sie Bürgerbeteiligung in Bezug auf ihre neue Mehrzweckhalle durchaus leben. Aus dem Verkauf des Inventars der alten Turnhalle wurde im April ein kleines Dorffest, der Erlös daraus wird dereinst – voraussichtlich Ende 2020 – das Einweihungsfest der neuen Halle finanzieren.

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