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20 Nationen in einem Schulhaus: Wie die Rickenbacher Primarschule diese Herausforderung meistert

Die Primarschule Rickenbach ist eine der multikulturellsten der Region. Das birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen.
Philipp Wolf
Seit Jahren setzt sich die Rickenbacher Schülerschaft aus verschiedensten Nationalitäten zusammen. (Bild: Philipp Wolf)

Seit Jahren setzt sich die Rickenbacher Schülerschaft aus verschiedensten Nationalitäten zusammen. (Bild: Philipp Wolf)

Die Weltkarte im Primarschulhaus Rickenbach ist imposant. Im ersten Stock angebracht, füllt sie praktisch eine ganze Wand. Die Informationen, welche die Karte dem Betrachter vermittelt, sind ebenso eindrücklich: Rickenbachs Primarschüler kommen aus aller Herren Länder. 20 sind es an der Zahl.

Für Schulpräsident Leo Haas und Schulleiterin Stephanie Schildknecht ist diese Situation nicht neu, sie kennen nichts anderes. Rickenbach ist seit langem beliebt bei Einwanderern. Es gibt in der Gemeinde viele Mietwohnungen mit tiefen Mietzinsen. Und in der Umgebung hat es verschiedene Unternehmen, die an nicht höher qualifizierten Arbeitskräften interessiert sind.

Damit den Kindern mit Migrationshintergrund eine gute Bildung ermöglicht werden kann, ist eines unerlässlich: Sie müssen die deutsche Sprache beherrschen. Das betonen Schildknecht und Haas an diesem Montagnachmittag immer wieder. Zu diesem Zweck bot die Schulgemeinde Rickenbach vor dem Beginn des neuen Schuljahrs erstmals einen Kurs an für Kinder, die vor dem Eintritt in den Kindergarten noch über keine Deutschkenntnisse verfügen. Schildknecht und Haas sagen:

«Werden Kinder ohne genügend Sprachfertigkeiten eingeschult, gelangen sie von Beginn der Schulbildung an ins Hintertreffen.»

Eine klare Linie, die für alle gilt

So wird denn auch im Unterricht und auf dem Gelände der Primarschule darauf geachtet, dass die Kinder untereinander Deutsch sprechen. Schliesslich besteht beispielsweise für Italiener oder Nordmazedonier die Versuchung, im Gespräch mit den zahlreichen Landsleuten anstatt Deutsch die Muttersprache zu bevorzugen. Auch unter den Schweizern, welche die Statistik mit grossem Abstand anführen, ist Deutsch nicht immer die bevorzugte Sprache. Beispielsweise ist für einige als Kind albanischer Secondos Albanisch die bevorzugte Sprache. Schildknecht sagt:

«Viele dieser Kinder fühlen sich auch als Albaner.»

Die Identifikation mit dem Herkunftsland stellt die Schulleitung immer wieder vor Herausforderungen. Die Sprache ist das eine, Einstellungen oder Ansichten gewisser Eltern das andere. Seien die Meinungen von Schule und Eltern zur Bildung eines Kindes verschieden, sei es wichtig, eine klare Linie zu verfolgen. «Alle Kinder werden gleich behandelt», sagt Haas. Die klare Haltung der Schule ist allen Eltern bekannt, das erübrigt viele Diskussionen.

Schwierige Eltern gebe es im Jahr vielleicht zwei oder drei, sagt Haas. Für die Schülerinnen und Schüler untereinander sind Wörter wie «Nationalität» und «Zugehörigkeit» derweil ohne Belange. Schildknecht sagt:

«Unter den Kindern spielt die Nationalität absolut keine Rolle.»

Rassismus sei an der Primarschule höchst selten ein Thema. Von den Grundvoraussetzungen her würden die Kinder in diesem Umfeld offener und liberaler, sagen Schildknecht und Haas.

Lehrer unterrichten gerne in Rickenbach

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der multikulturellen Schule ist das «Fest der Nationen», welches bereits mehrmals stattfand. Der Anlass, an dem Kulinarik und Bräuche der verschiedenen Länder zelebriert werden, «erfreut sich allseits grosser Beliebtheit», sagt Schildknecht.

Apropos: Beliebt scheint die Schule auch bei Lehrpersonen zu sein. «Wir hatten noch nie Probleme, Lehrerinnen und Lehrer zu finden», sagt Haas. Im Gegenteil, es gebe Lehrer, die sich ganz bewusst für Rickenbach entschieden.

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