190 Kilometer fürs Klima: Bichelseer Schüler fordern Solaranlage auf jedem Thurgauer Schulhaus

Am Donnerstagmittag machten sich vier Bichelseer Sekklassen zu Fuss auf den Weg nach Bern. Am Freitag übergeben sie ihre Botschaft.

Christoph Heer
Drucken
Teilen
Der Startschuss ist gefallen: Bichelseer Schüler nehmen die erste Etappe unter die Füsse.

Der Startschuss ist gefallen: Bichelseer Schüler nehmen die erste Etappe unter die Füsse.

(Bild: Christoph Heer)

Das gab es noch nie. Im Rahmen des Unterrichtsfachs «Ethik, Religion und Gemeinschaft» (ERG) planten die Oberstufenschüler aus Bichelsee-Balterswil einen speziellen Stafettenlauf. Das Ziel ist einfach: zu Fuss von Bichelsee nach Bundesbern.

Während 190 Kilometern, in kleinen Gruppen mit individuellem Tempo, soll stets die Sicherheit im Vordergrund stehen. «Wir wollen keinen Stress, es ist kein Wettrennen. Wir werden uns oft auf Velowegen bewegen, da gilt es, als schwächste Verkehrsteilnehmer für die grösstmögliche Sicherheit zu sorgen.» Lehrer und Projektleiter Daniel Bangerter impft den Schülern diesen Fokus mehrmals ein. Viele Schüler sind am Mittag nervös, ehe es losgeht, andere wiederum sind etwas weniger begeistert, doch auch bei ihnen gilt: «Hauptsache ist, wir verbringen einen Tag nicht im Schulzimmer, dann ist es schon cool», bringt es ein junger Läufer auf den Punkt.

Emily SchüppbachSekschülerin aus Ifwil

Emily Schüppbach
Sekschülerin aus Ifwil

(Bild: Christoph Heer)

Noch sind die Bilder vom Bundesplatz in den Köpfen der Bevölkerung. Während viele das Vorgehen der Aktivisten missbilligen, wollen die Bichelseer Schüler ein anderes Bild abgeben. Innert 24 Stunden laufen rund 100 Schüler vom Hinterthurgau nach Bern. Das neue Fach ERG sowie das Bildungs- und Klimaschutzprogramm «Klimaschule» der Organisation «myblueplanet» sind handlungs- und erlebnisorientiert. So gänzlich waren aber die Schüler zu Beginn nicht überzeugt. «Ich war eher skeptisch, als ich davon erfahren habe. Doch jetzt, wo es so weit ist, steigt die Vorfreude auf den Startschuss parallel zur Nervosität», sagt Emily Schüppbach. Die 13-jährige Ifwilerin steht am Freitagmorgen im Einsatz und läuft die letzte Etappe bis nach Bern.

Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
15 Bilder
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.
Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.

Im Rahmen des Projektes Klimaschule laufen und rennen Sekschüler aus Bichelsee-Balterswil innert 24 Stunden nach Bern.

(Bild: Christoph Heer)

Vor dem Startschuss, der vom Eschliker Grünen-Kantonsrat Bernhard Braun via Pfeilbogenschuss ausgelöst wird, spricht der Schulpräsident zu Schülern, Medienvertretern und Zuschauern. «Für mich ist klar, dass das Leitziel ‹Ich und die Gemeinschaft – Leben und Zusammenleben gestalten› kaum besser verwirklicht werden kann als mit diesem megagenialen Projekt», sagt Daniel Stamm. Stolz betont er, dass durch diesen Stafettenlauf der Name der Schule Lützelmurg in die ganze Schweiz hinausgetragen wird. «Unsere Sekundarschule als Einheit und innovative Schule, perfekt!»

Auf dem Bundesplatz werden dann alle Schüler den Thurgauer Bundesparlamentariern Kurt Egger, Brigitte Häberli und Jakob Stark ihre Botschaft überreichen (siehe Kasten).

Die Botschaft

«2030 hat jede Thurgauer Schulgemeinde eine Fotovoltaikanlage, die mindestens so viel Strom produziert, wie die Schule verbraucht.» Dieses Anliegen überbringen die Bichelseer Schüler am Freitag in Bern. Thurgauer Stände- und Nationalräte sollen hierfür ihren Einfluss walten lassen. (che)