14 Niederlagen aus 15 Spielen: Die Red Lions Frauenfeld gehen in der NLA durch ein Stahlbad

Der Tabellenletzte im Frauen-Unihockey befindet sich in einem Umbruch. Doch Trainer Clemens Strub ist überzeugt, dass es wieder aufwärts geht, wenn diese Saison unbeschadet überstanden wird.

Matthias Hafen
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Trainer Clemens Strub und seine Spielerinnen müssen in der NLA viel aushalten.

Trainer Clemens Strub und seine Spielerinnen müssen in der NLA viel aushalten.

Bild: Mario Gaccioli (Frauenfeld, 14. September 2019)

Anderen wäre zum Heulen zumute. Doch den Spielerinnen der Red Lions Frauenfeld ist der Spass auch nach 14 Niederlagen in Folge noch nicht vergangen. Vielleicht auch, weil sie wussten, worauf sie sich in dieser Equipe einlassen. Der NLA- Letzte aus dem Thurgau tritt nach einem Aderlass zum Ende der vergangenen Saison mit zahlreichen Nachwuchsspielerinnen an, die eigentlich noch eine Entwicklungsstufe tiefer eingesetzt werden könnten. Nach dem überraschenden 4:3-Auftaktsieg gegen Rychenberg Winterthur wurde schnell klar, dass so kein Blumentopf zu gewinnen ist in der höchsten Spielklasse. Im Jahr 2020 kassierten die Red Lions bislang nie weniger als zehn Tore pro Spiel.

Drei Runden vor Ende der Qualifikation sind die Frauenfelderinnen mit lediglich drei Punkten Tabellenletzte. Immerhin: Aufsteiger Mendrisiotto hat gleich wenig Punkte auf dem Konto. Und der Modus will es so, dass die beiden Tabellenletzten eine Playout-Serie gegeneinander austragen. Der Verlierer spielt dann in einer weiteren Serie gegen den NLB-Ersten um den Verbleib in der höchsten Liga. Für die Red Lions sind vor dem Abstieg also noch zwei Fangnetze aufgespannt.

«Nochmals so eine Saison wäre nicht gut»

Auch wenn sich in so einer Saison die Sinnfrage stellt, würde es Trainer Clemens Strub bedauern, wenn die Red Lions aus der NLA verschwänden – ob auf sportlichem Weg oder freiwillig. «Es wäre schade, wenn der Verein die Chance vergibt, ein Nationalliga-A-Team zu haben.» Man sei daran, eine leistungsorientierte Schiene von der U17 über die U21 bis zum Fanionteam aufzubauen. «Wir sind in der Entwicklung drin», sagt der NLA-Trainer. «Dass die junge Equipe die Niederlagenserie so gut verkraftet, zeigt, wie viel Potenzial in diesem Kader steckt  – alleine schon mental.» Es sei aber klar, dass der Verein künftig wieder NLA-würdigere Bedingungen aufgleisen müsse  – auf verschiedenen Ebenen. «Denn nochmals so eine Saison wie diese, wäre nicht gut.»

Sportchefin Sabrina Favazzo hat die schwierige Aufgabe, eine kompetitive NLA-Equipe für die kommende Saison zusammenzustellen. «Natürlich haben wir aktuell nicht die beste Ausgangslage dafür», sagt sie. «Unser eigener Nachwuchs ist noch nicht so weit, dass wir uns dort ungehindert bedienen können.» Dafür spreche sich herum, dass das Team zusammenhalte und im Verein eine gute Stimmung herrsche. «Das ist eine Basis, um etwas aufzubauen.»

Bewunderung und Bedauern vom Präsidenten

Präsident Hanspeter Kanz bewundert die NLA-Frauen, die jedes Wochenende von neuem hinstehen und zumindest um einen Teilerfolg kämpfen. «Gleichzeitig tun sie mir mit jeder weiteren Niederlage leid», so Kanz, der wie Trainer Strub und Sportchefin Favazzo erst seit vergangenem Sommer in dieser Funktion ist. Am Präsidenten wird es letztlich liegen, punkto Zukunftsabsichten deutlich Position zu beziehen.

An diesem Wochenende spielen die NLA-Frauen zweimal gegen Laupen, bevor am 16.Februar das letzte Qualifikationsspiel auswärts gegen Mendrisiotto ansteht. Spätestens danach geht es ums Eingemachte.