13'000 Autos und Lastwagen täglich: Eschliker Grüne reichen Petition mit 360 Unterschriften ein

Die Eschliker Grünen haben am Freitag ihre Petition eingereicht. Darin fordern sie den Gemeinderat auf, Massnahmen zur Verkehrsberuhigung zu planen.

Olaf Kühne
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Gemeindepräsident Hans Mäder (vorne, 2.v.l.) nimmt von den Eschliker Grünen die Petition entgegen. (Bild: Olaf Kühne)

Gemeindepräsident Hans Mäder (vorne, 2.v.l.) nimmt von den Eschliker Grünen die Petition entgegen. (Bild: Olaf Kühne)

13'000 Autos und Lastwagen. Tag für Tag. Über zu wenig Verkehr kann sich Eschlikon wahrlich nicht beklagen. Erschwerend kommt hinzu, dass Eschlikon geradezu dem Prototypen eines klassischen Strassendorfes entspricht. Über die Jahrzehnte ist das Dorf entlang der Hauptstrasse gewachsen – der Strasse, die, von Aadorf her kommend, erst Winterthurer-, dann Bahnhof- und schliesslich Sirnacherstrasse heisst. So erstreckt sich Eschlikon heute auf einer länge von rund zwei Kilometern entlang dieser Strecke.

«Ein Teil des Problems ist hausgemacht, da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen.»

Und aktuell wird in der Nachbargemeinde Sirnach die Umfahrungsstrasse «Spange Hofen» gebaut. Man muss denn auch kein Prophet sein, um Eschlikon bald zusätzlichen Durchgangsverkehr vorherzusagen. Alles Umstände, welche die Eschliker Ortspartei der Grünen im vergangenen November veranlassten, eine Petition zu starten. 360 Unterschriften kamen so zusammen, welche Parteipräsident Kurt Egger und zahlreiche Parteimitglieder an Freitag Gemeindepräsident Hans Mäder überreichten.

«Die Idee eines Tunnels dient wohl eher der Belustigung. Andere Massnahmen sind realistischer.»

Eine konkrete Forderung formulieren die Grünen in ihrer Petition nicht. Vielmehr bitten sie den Gemeinderat, «unverzüglich Massnahmen zur Verkehrsberuhigung zu planen, um die Lebensqualität zu verbessern». Und auch wenn in der Petition weiter geschrieben steht, dass erste Schritte möglichst mit der Eröffnung der «Spange Hofen» – sprich 2020 – umgesetzt sein sollen, war man sich bei der Petitionsübergabe einig, dass das Problem nicht von heute auf morgen gelöst werden kann.

Nicht zuletzt auch, weil die Eschliker Durchgangsstrasse unter der Hoheit des Kantons steht. So sagte der Gemeindepräsident denn auch, dass derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Lösung des Lastwagenproblems beim Kanton in Arbeit ist. Mäder liess es sich aber nicht nehmen daran zu erinnern, dass zumindest ein Teil des Eschliker Verkehrsproblems durch sogenannten Binnenverkehr verursacht wird: «Dieser Teil ist hausgemacht, da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen.» 

Ideen von Tunnel bis Einbahn

Beim Unterschriftensammeln hätten sich interessante Gespräche ergeben, sagten die Grünen gestern unisono. Zwar seien sie auch angefeindet worden, aber Parteipräsident Kurt Egger berichtete von zahlreichen Ideen, welche die Petitionäre so sammeln konnten. «Es sind sehr unrealistische, aber auch sehr einfach realisierbare Ideen darunter», sagte Egger. So diene der Gedanke an einen Tunnel unter Eschlikon wohl eher der Belustigung. Hingegen sei man sich ziemlich einig, dass Massnahmen wie Tempo 40, Radstreifen und Fussgängerinseln das Problem zumindest entschärfen könnten.

Ebenfalls denkbar sei, den Verkehr – nach dem Vorbild von Davos, wie Mäder ergänzte – mit einem Einbahnsystem zu führen: Richtung Balterswil und Aadorf durch Eschlikon, Richtung Sirnach via Wallenwil. Auf Trab halten wird das Thema die Gemeinde so oder so noch lange Zeit, mit Bestimmtheit über die Einweihung der «Spange Hofen» hinaus.