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Sportgeschichte aus Aadorf: Biografie über Sportdress-Erfinder Hans Hess erschienen

Die Journalistin Ines Rütten las am Dienstagabend aus ihrem Buch «Der Medaillen-Schneider». Die Biografie über Hans Hess, der Athleten aus aller Welt zu Gold verhalf, faszinierte das Publikum.
Kurt Lichtensteiger
Buchautorin und «Landbote»-Redaktorin Ines Rütten posiert mit dem «Medaillen-Schneider» Hans Hess. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Buchautorin und «Landbote»-Redaktorin Ines Rütten posiert mit dem «Medaillen-Schneider» Hans Hess. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Passender hätte der Ort nicht sein können –, der Aadorfer Rotfarbkeller im ehemaligen Spinnereigebäude. Dort, in seinem Schneideratelier, hatte der heute 86-jährige Hans Hess während Jahrzehnte als Textilingenieur und Erfinder von windschlüpfrigen Sportanzügen herumgetüftelt. Mit Erfolg, denn schliesslich verhalf die entwickelte Spezialbekleidung zu unzähligen Rekorden, sei es im Rad- oder Skisport.

Nicht verwunderlich, dass sich zu den rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörern mit Marie-Theres Nadig, Walter Steiner und Godi Schmutz auch ehemalige Spitzensportler einfanden, die in Anekdoten beim weiteren Verlauf der Lesung noch eine Rolle spielen sollten.

Ines Rütten, Co-Leiterin des Regionalteams beim «Landbote», schrieb vor fünf Jahren einen Zeitungsartikel über den in Elgg wohnhaften Hans Hess. Dass eine Zeitungsseite bei weitem nicht ausreichen würde, das spannende Leben von Hans Hess in all seinen Facetten zu erfassen, wurde ihr bald einmal klar. Dem Vorschlag, daraus ein Buch entstehen zu lassen, stimmte Hess – im Artikel noch als «Lumpenlieferant der Sportelite» bezeichnet – zu.

Illustre Gäste der Buchvernissage im Aadorfer Rotfarbkeller: Die Sportlegenden Walter Steiner, Marie-Theres Nadig und Gody Schmutz.

Illustre Gäste der Buchvernissage im Aadorfer Rotfarbkeller: Die Sportlegenden Walter Steiner, Marie-Theres Nadig und Gody Schmutz.

«Ich hatte mir das Ganze einfacher vorgestellt», sagt die Autorin im Vorwort des Buches mit dem Titel «Der Medaillen-Schneider». Akribisch hat sie recherchiert, Fakten zusammengetragen, Kontakte geknüpft und natürlich mit Hans Hess am seinem Esszimmertisch in Elgg unzählige Gespräche geführt. Dazu auch noch ein Haus gebaut, Zwillinge geboren und Sponsoren gesucht. Der AS-Verlag für Schweizer Sachbücher hat sich für das Buch der freien Autorin ebenfalls erwärmen lassen. Auf 128 Seiten liegt ein Ergebnis vor, das höchste Beachtung verdient.

Inspiriert am Lauberhorn-Rennen

In ihren Auszügen berichtete Ines Rütten, mit klarer Diktion und in leichtfüssig geschriebener Sprache, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schon als Kind baute Hess ein Fahrrad mit Seitenwagen und einen Bob. Wegweisend war die Zusammenarbeit mit seinem Freund Hannes Keller, dem Tieftauchpionier. Ein Besuch des Lauberhorn-Rennens veranlasste die beiden, den flatternden Hosen ein Ende zu setzen. Die Erfindungen wirkten sich in 30 verschiedenen Sportarten aus. Radfahrer Gody Schmutz bestellte gleich zehn der perfekt sitzenden Rennhosen, derweil Marie-Theres Nadig den Experimenten nicht so viel abgewinnen konnte. Skispringer Walter Steiner schwörte auf die Fischhaut und erntete Medaille um Medaille.Die Materialschlacht um die Sportanzüge nahm kein Ende, gefolgt von Reglementsänderungen und Tests im Windkanal. Hans Hess blieb besessen von seinen Ideen und galt lange Zeit als Hexenmeister – mit Ausstrahlung von Aadorf weit in die Welt hinaus.

Die beiden, nämlich Hans Hess und Ines Rütten, haben miteinander Sportgeschichte geschrieben und aufgeschrieben. Zweifellos fesselnd zu lesen nicht nur für Leute, die sich noch an die Käse-Anzüge erinnern, mit denen die Schweizer Skiasse die Pisten einst hinuntersausten.

Hinweis
«Der Medaillen-Schneider» von Ines Rütten (ISBN B978-3-906055-81-7) ist im Buchhandel erhältlich; im Hinterthurgau im Aadorfer «Büecher-Chorb».

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