100 von 150 Objekten gerettet: Das zweite Aadorfer Repair Café war erneut ein voller Erfolg

Nach dem ersten Repair Café in Aadorf im vergangenen Herbst war der Andrang am Samstag noch grösser.

Kurt Lichtensteiger
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Der ehemalige Buchbinder Hans Kruetzmann aus Eschlikon nimmt sich eines Buches an.

Der ehemalige Buchbinder Hans Kruetzmann aus Eschlikon nimmt sich eines Buches an.

Bild: kli

Die ersten Erfahrungen haben die Organisatoren in Aadorf zu einer Anpassung bewogen: Die 20 ehrenamtlich tätigen Reparateure als Ansprechpersonen wurden nämlich im Foyer des Gemeindezentrums auf zwei Stockwerke verteilt, was den Ablauf der zweiten Auflage des Repair Cafés sichtlich erleichterte.

Die meisten der rund 150 reparaturbedürftigen Gegenstände wurden zwischen 10 und 11.30 Uhr von Stammgästen und Neulingen abgegeben. Etwa ein Biedermeier-Stuhl mit wackligem Stuhlbein, filigraner Modeschmuck, zuhauf Kaffeemaschinen und neuerdings auch zerfledderte Bücher, die ein Buchbinder gekonnt in Stand stellte. Auch kaputte Spielwaren entpuppten sich als häufig mitgebrachte Objekte, die ihre Funktionstüchtigkeit wiedererlangen sollten.

Nun als Verein eingetragen

Allesamt waren es freiwillige Helferinnen und Helfer – keine Dilettanten, sondern ausgekochte Profis – die in den Bereichen Elektronik, Textilien, Metall, Fahrradmechanik und Holz ihre erworbenen Kenntnisse an den Tag legten und bei ihrem Tun das Möglichste gaben. Gegen 100 abgegebene Artikel konnten schliesslich wunschgemäss geflickt und erst noch gratis in dankbare Hände zurückgegeben werden.

«Repair Café Hinterthurgau», so lautet seit dem 3. Januar 2020 der Name des wohl jüngsten Vereins im Kanton Thurgau. Dies verriet der frischgewählte Nationalrat Kurt Egger bei Kaffee und Kuchen im Gemeindezentrum. Der juristische Eintrag, mit Kurt Egger als Präsident und den Vorstandsmitgliedern Erich Stör aus Münchwilen und Andrea Suter aus Eschlikon, sei aus administrativen Gründen erfolgt, hiess es.

Am Zweck hat sich indessen nichts geändert: Es geht darum, weniger Müll zu produzieren, dafür mehr Gegenstände wieder zu verwenden. Oder kurzum: reparieren statt wegwerfen, lautet die Devise. Die Institution wird zudem unterstützt von der Stiftung Konsumentenschutz.