1.-Liga-Eishockey
Sind die Pikes zu gut? Die Romanshorner besiegen den EHC Frauenfeld 5:2 und bringen die Thurgauer Pläne im Eishockey durcheinander

Am Mittwochabend gewannen die Pikes Oberthurgau das 1.-Liga-Derby auswärts gegen den EHC Frauenfeld 5:2. Es war der siebte Sieg in Serie für die Mannschaft von Trainer Christian Strasser, die damit an der Spitze der Ostgruppe einsame Kreise zieht. Dabei sollte eigentlich Frauenfeld zuoberst stehen. In die verzwickte Situation könnte sich bald der HC Thurgau einmischen.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Die Pikes bejubeln einen weiteren Treffer im Derby gegen Frauenfeld. Am Ende siegten die Gäste mit 5:2.

Die Pikes bejubeln einen weiteren Treffer im Derby gegen Frauenfeld. Am Ende siegten die Gäste mit 5:2.

Mario Gaccioli

So war das nicht gedacht. Von den beiden Thurgauer 1.-Liga-Eishockeyklubs soll Ende Saison eigentlich der EHC Frauenfeld in die MySports League aufsteigen und dort die Ausbildungspyramide im Thurgauer Eishockey vervollständigen. Momentan führen jedoch überraschend die Pikes Oberthurgau die Tabelle der Ostgruppe an – nach dem 5:2-Derbysieg am Mittwoch schon mit elf Punkten Vorsprung auf Frauenfeld. Was, wenn die Romanshorner dem EHC Frauenfeld auch noch im Playoff den Platz streitig machen? Steht dann die ganze Thurgauer Idee auf dem Spiel?

«Wenn Mitte Januar die Tabellensituation noch gleich ist, werden wir das Gespräch mit den Klubs suchen», sagt Thomas Müller auf Anfrage. Der Präsident des HC Thurgau und der HCT Young Lions steht quasi als Schirmherr über der kantonalen Zusammenarbeit. Ihm liegt viel daran, alle Thurgauer Eishockeyklubs gleichermassen im Boot zu haben.

Pikes-Präsident Dufner: «Es handelt sich um eine Momentaufnahme»

Für Pikes-Präsident Rico Dufner, der die Zusammenarbeit im Thurgau voll unterstützt, erübrigt sich eine Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt. Er freue sich einfach über die starken Resultate seiner Mannschaft. «Es handelt sich um eine Momentaufnahme.» Und er fügt an:

«Man muss die Probleme dann angehen, wenn sie sich stellen. Alles andere ist verschwendete Energie.»

Dass ein einzelner Klub die gemeinsamen Ziele im Thurgauer Eishockey gefährdet, scheint derzeit ohnehin unwahrscheinlich. Im Nachwuchs arbeiten die Vereine als HCT Young Lions so gut zusammen wie seit Jahren nicht mehr. Und auch im Aktivbereich funktioniert die breite Kooperation. Das beweisen heuer gerade die Pikes, die regelmässig sieben bis acht Junioren der Young Lions einsetzen. «Doch eine Ausbildungsmannschaft zu sein, heisst nicht, dass wir keine sportlichen Ambitionen mehr haben können», sagt Präsident Dufner. «Die Jungen sind hungrig. Sie können erfolgreicher sein als ein gesättigtes Team voller Routiniers.»

Frauenfelds Captain Nico Fehr (rechts) im Zweikampf mit Marco Benz von den Pikes Oberthurgau.

Frauenfelds Captain Nico Fehr (rechts) im Zweikampf mit Marco Benz von den Pikes Oberthurgau.

Mario Gaccioli

Theoretisch wäre dem Thurgauer Eishockey auch geholfen, wenn Ende Saison die Pikes anstelle von Frauenfeld aufsteigen würden. Doch die Rollen sind aus Sicht des HC Thurgau bereits verteilt. HCT-Präsident Müller sagt:

«Der EHC Frauenfeld macht in der MySports League mehr Sinn für uns, weil er geografisch einfach besser gelegen ist.»

So könne man künftig auch Talente aus dem Grossraum Zürich ansprechen oder zurückgewinnen.

Die Rivalität fördert das Spektakel

Dass der Thurgau einen Vertreter in der MySports League braucht, darüber sind sich alle einig. Doch deswegen die Rivalität zwischen Frauenfeld und den Pikes über Bord werfen, will auch niemand. Die sportlichen Sticheleien sind fördernd für das Spektakel in der 1. Liga. Und zwei starke Thurgauer Klubs können am Ende ja auch helfen, die ausserkantonale Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Frauenfeld – Pikes Oberthurgau 2:5 (1:2, 0:0, 1:3)

Kunsteisbahn – 187 Zuschauer.
Tore: 2. Rohner (Gemperli) 1:0. 5. Reinert (Meier, Stepanek/Ausschluss Weiss) 1:1. 7. Haselbach (Malici, Jeitziner) 1:2. 48. Geiser (Schumann, Lattner) 2:2. 50. Curschellas (Huber, Haselbach) 2:3. 57. Reinert (Jeitziner) 2:4. 60. (59:11) Germann (Anderegg) 2:5 (ins leere Tor).
Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Frauenfeld, 5-mal 2 Minuten gegen die Pikes Oberthurgau.

Aktuelle Nachrichten