1.-Liga-Eishockey: Die Rollen des EHC Frauenfeld und der Pikes Oberthurgau sind verteilt

Vergangene Saison stritten sich der EHC Frauenfeld und die Pikes Oberthurgau noch um den Spitzenplatz in der 1.-Liga-Ostgruppe. Ein Transfersommer später scheint dieses Szenario 2020/21 praktisch unmöglich. Am Samstag steigen beide Thurgauer Teams mit Heimspielen in die Meisterschaft.

Matthias Hafen
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Der EHC Frauenfeld (Michel Grolimund, links) und die Pikes Oberthurgau (Lukas Araujo) verfolgen auch übergeordnete Ziele für das Thurgauer Eishockey.

Der EHC Frauenfeld (Michel Grolimund, links) und die Pikes Oberthurgau (Lukas Araujo) verfolgen auch übergeordnete Ziele für das Thurgauer Eishockey.

Bild: Mario Gaccioli (Frauenfeld, 9. September 2020)

Für einmal sind es nicht die ZSC Lions, Ambri oder der HC Thurgau, die die Eishockeysaison in der Schweiz eröffnen. Während sich die National League und die Swiss League noch zwei Wochen gedulden müssen, steigen die Klubs der unteren Stufen an diesem Wochenende planmässig in die Meisterschaft 2020/21 – unter ihnen der EHC Frauenfeld und die Pikes Oberthurgau in der 1.-Liga-Ostgruppe.

Weil auf dieser Stufe über 1000 Zuschauer die grosse Ausnahme sind und sich der Durchschnitt weit tiefer bewegt, wurden für die Regio League keine aufwendigen Coronaschutzkonzepte benötigt. Registrations- und Maskenpflicht in den Stadien gilt trotzdem.

Kaum Änderungen in Frauenfelds Kader

Sportlich schliesst die 1. Liga an vergangene Saison an, die Mitten im Playoff-Final zwischen Wetzikon und Frauenfeld ohne Wertung abgebrochen wurde. Die Frauenfelder haben als Ziel noch immer den Aufstieg in die MySports League. Damit würden sie im Gesamtkonstrukt des Thurgauer Eishockeys die Kaskadenstufe zwischen HC Thurgau und Pikes einnehmen. Alle drei Klubs arbeiten in der Nachwuchsorganisation HCT Young Lions zusammen. Frauenfelds Trainer Andy Küng kann für diese Mission auf ein eingespieltes, überdurchschnittlich starkes Kader zählen, das im Sommer nur wenig Änderung erfuhr. Prominente Zuzüge sind Verteidiger Michael Roos, der nach fünf Jahren bei Thurgau und vier bei Winterthur zu seinem Stammklub zurückkehrte, sowie Stürmer Elia Mettler, zuletzt Topskorer des Ligakonkurrenten Wil.

Pikes setzen auf Topgoalie und zahlreiche Talente

Mit der definierten Rolle des EHC Frauenfeld ändert sich auch die Ausrichtung der Pikes Oberthurgau. Das bislang ebenso ambitionierte Team aus Romanshorn verschreibt sich wieder vermehrt der Ausbildung. Die NLA- und NLB-erfahrenen Dennis Urech, Jan Vogel, Lars Neher und Eric Arnold haben den Klub alle verlassen. Geblieben ist mit Michal Chmel ein Topgoalie und dazu kommt eine ganze Reihe von Talenten der HCT Young Lions. In der Vorbereitung grosses Potenzial bewies etwa der deutsch-schweizerische Stürmer Justin Salamin.

Können die stärksten Thurgauer Talente die übergeordneten Ziele unterstützen, soll die Partnerschaft zwischen den bisherigen Konkurrenten Frauenfeld und Pikes schon in dieser Saison in beide Richtungen gelebt werden. Und das, obwohl sie in der gleichen Liga spielen.

1.-Liga-Saisonstart
Sa 17.30 Pikes Oberthurgau – Prättigau-Herrschaft
Sa 17.30 Wetzikon – Reinach
Sa 17.30 Burgdorf – Argovia
Sa 20.00 Frauenfeld – Luzern
Sa 20.15 Bellinzona – Herisau
So 19.00 Wil – Rheintal

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Matthias Hafen