1.-Liga-Eishockey
Die «Alten» haben es allen gezeigt: Weshalb der Aufstieg des EHC Frauenfeld für das ganze Thurgauer Eishockey wichtig ist

Der EHC Frauenfeld schaffte mit dem Ostschweizer Finalsieg gegen den EHC Wetzikon den Aufstieg in die MySports League. Es ist der grösste Erfolg des Klubs in der Neuzeit. Nun kommt auf die Mannschaft von Trainer Andy Küng ein Generationenwechsel zu - und eine engere Zusammenarbeit mit dem HC Thurgau. Doch zuvor jagt das Team noch einen Titel.

Matthias Hafen
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Ausgelassener Jubel bei den Spielern und den Fans des EHC Frauenfeld nach dem gewonnenen Ostschweizer Final gegen den EHC Wetzikon.

Ausgelassener Jubel bei den Spielern und den Fans des EHC Frauenfeld nach dem gewonnenen Ostschweizer Final gegen den EHC Wetzikon.

Bild: Mario Gaccioli
Andy Küng, ehemaliger Nationalligaspieler und heute Trainer des EHC Frauenfeld.

Andy Küng, ehemaliger Nationalligaspieler und heute Trainer des EHC Frauenfeld.

Bild: Mario Gaccioli

Die Sprüche hat Andy Küng jetzt noch im Kopf, die er sich zu Saisonbeginn nach vier Niederlagen in vier Spielen anhören musste. Häme ergoss sich über dem Aufstiegsanwärter EHC Frauenfeld. Selbst im Umfeld des 1.-Liga-Eishockeyklubs machten sich Zweifel breit, ob es das routinierte, aber auch in die Jahre gekommene Kader noch bringen würde. Doch Trainer Küng und seine Mannen liessen sich nicht beirren. «Ich habe nie an dieser Mannschaft gezweifelt und die Mannschaft nie an sich selbst», sagt Küng fünf Monate später mit Genugtuung. Man habe gewusst, dass der harzige Saisonstart primär den damals zahlreichen Corona-Erkrankungen geschuldet gewesen sei.

Und der Wandel war eindrücklich. Am vergangenen Samstag schaffte Frauenfeld mit einem 5:0-Heimsieg und dem 3:1-Gewinn der Ostschweizer Finalserie erstmals den Aufstieg in die 2017 eingeführte MySports League. Die «Alten» des EHC Frauenfeld haben geliefert. Nicht nur das. Drei Playoff-Siege hintereinander gegen den Erzrivalen und Mitfavoriten Wetzikon zeugen von Klasse.

«Am Aufstieg von Frauenfeld gibt es keine Zweifel»

Mit dem Gewinn des Regionalfinals der 1.-Liga-Ostgruppe und der früh eingereichten Absichtserklärung hat der EHC Frauenfeld die Voraussetzungen für einen Aufstieg in die MySports League erfüllt. Dies, weil in der dritthöchsten Liga nach dem Aufstieg von Basel in die Swiss League und dem sportlichen Abstieg von Wiki-Münsingen heuer zwei Plätze frei werden. Wiki-Münsingen hat reglementarisch keine Möglichkeit, den Abstieg anzufechten, wie Regio-League-Direktor Paolo Angeloni von Swiss Ice Hockey sagt. «Am Aufstieg von Frauenfeld und Franches-Montagnes gibt es keine Zweifel. Beide wollen rauf. Deshalb stehen sie faktisch schon als Aufsteiger fest.» Kommuniziert werde das aber erst zum Saisonende, weil die Teams noch die Möglichkeit hätten, auf den Aufstieg zu verzichten. (mat)

867 Zuschauerinnen und Zuschauer unterstützten am vergangenen Samstag den EHC Frauenfeld auf der heimischen Kunsteisbahn.

867 Zuschauerinnen und Zuschauer unterstützten am vergangenen Samstag den EHC Frauenfeld auf der heimischen Kunsteisbahn.

Bild: Mario Gaccioli

Neue Möglichkeiten für den HC Thurgau

Mit dem Aufstieg ist auch der Wunsch des HC Thurgau in Erfüllung gegangen, einen Partnerklub aus dem Kanton in der dritthöchsten Liga zu haben. Der Swiss-League-Vertreter erhält damit die Chance, Spieler, die er mangels Alternativen bislang an Chur, Bülach oder andere Teams aus der MySports League abgab, künftig bei sich im Verbund zu behalten. Umso mehr, da Frauenfeld Ende Saison mehrere altersbedingte Abgänge zu verkraften hat. «Wir werden auf jeden Fall eine Verjüngung des Kaders erleben», sagt Andy Küng, dessen Vertrag als Trainer des EHC Frauenfeld ein Jahr weiterläuft. Das Ziel sei es, jungen Spielern via MySports League den Weg in den Spitzensport zu ermöglichen – möglichst mit einer Zusammenarbeit innerhalb des kantonalen Verbunds. «Da die MySports League für den EHC Frauenfeld aber ein Novum ist, müssen wir uns in der Liga zuerst auch einmal zurechtfinden», so Küng. Frauenfelds Sportchef Michael Roth hatte zuvor bereits versichert, dass man kadermässig auch im Falle eines Aufstiegs gerüstet sei für die nächste Saison. Noch aber läuft die Meisterschaft 2021/22. Und der EHC Frauenfeld ist noch nicht am Ende seiner Ziele angekommen.

Andrej Schläppi (ganz rechts) erzielt im vierten Finalspiel gegen Wetzikon das wegweisende 2:0 für den EHC Frauenfeld. Er wird auch im schweizweiten Final gegen Franches-Montagnes wichtig sein.

Andrej Schläppi (ganz rechts) erzielt im vierten Finalspiel gegen Wetzikon das wegweisende 2:0 für den EHC Frauenfeld. Er wird auch im schweizweiten Final gegen Franches-Montagnes wichtig sein.

Bild: Mario Gaccioli

Trainer Küng prophezeit: «Jetzt holen wir den Pokal»

Ab Samstag um 17 Uhr im jurassischen Saignelégier treten die Thurgauer zum schweizweiten 1.-Liga-Final gegen den Westgruppensieger Franches-Montagnes an, den zweiten Aufsteiger in die MySports League. Das erste Heimspiel der Best-of-five-Serie bestreitet Frauenfeld dann am nächsten Dienstag um 20 Uhr. «Die Jungs sind hungrig», sagt Trainer Küng. «Jetzt holen wir noch den Pokal.»

Schweizer 1.-Liga-Final (best of 5)
Samstag, 19. März, 17.00 Uhr: Franches-Montagnes - Frauenfeld
Dienstag, 22. März, 20.00 Uhr: Frauenfeld - Franches-Montagnes
Donnerstag, 24. März, 20.15 Uhr: Franches-Montagnes - Frauenfeld
Ev. Samstag, 26. März, 17.30 Uhr: Frauenfeld - Franches-Montagnes
Ev. Dienstag, 29. März, 20.15 Uhr: Franches-Montagnes - Frauenfeld

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