Zwischen Fluch und Segen

Die Handynutzung von Lehrlingen war das Thema der Podiumsdiskussion am Berufsbildungsforum

Drucken

«Informations-Sucht – Umgang mit modernen Medien», diesem Thema widmete sich das Thurgauer Berufsbildungsforum am Donnerstag im «Thurgauerhof». An der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Philipp Gemperle wurde deutlich, dass in den Ausbildungsbetrieben die Nutzung der Smartphones nicht unproblematisch ist. Sabina Schäfli, zuständig für die Auszubildenden im Architekturbüro Stauffacher Aemisegger, meinte, dass sie sich selber «an der Nase nehmen muss, wenn es um die Trennung von Privat und Geschäft geht». Die Lehrlinge dürften das Handy während der Arbeitszeit nicht nutzen, auch nicht in der Pause, weil da Zeit für persönliche Gespräche vorgesehen sei.

Für Christian Koch, Ausbildungsberater beim Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, ist das Bau-Haupt- und Nebengewerbe eine typische Branche, in der das Handy seine Berechtigung hat. Er rät allerdings dazu, Regeln aufzustellen, «was natürlich schwierig ist, wenn der Chef selbst ständig am Handy ist», wie er meinte. Die Regeln sollten sinnvoll sein, meinte Bryan Graf, Senior Innovation Manager bei der Intracosmed AG.

«Alles hängt vom Mass ab»

In ihrem Betrieb regle ein Pflichtenheft die Handynutzung, das werde auch aktiv kommuniziert, sagte Sabrina Schäfli. Wenn Sanktionen, gab Doris Grauwiler zu bedenken, sollten diese zeitlich begrenzt ausgesprochen, sinnvoll und natürlich konsequent durchgezogen werden.

Das ganz grosse Problem sahen alle Diskussionsteilnehmer in der Informationsflut und dem Umstand, dass Jugendliche Handys manchmal bis tief in die Nacht benützten. Da seien dann auch die Eltern oft hilflos, sagte Christian Koch. Deshalb forderte Bryan Graf, dass ein Bewusstsein für den vernünftigen Umgang mit den neuen Medien geschaffen werde. Ob die neuen Medien «Fluch oder Segen» bedeuten, hänge vom Mittelmass ab, sagte Doris Grauwiler. Und sie erinnerte daran, dass die «Konstruktion des Menschen für diese Flut und Masse an Informationen nicht geeignet ist». (kp)