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Zwei Verdächtige wollen keine Mafiosi gewesen sein

FRAUENFELD. Eine Einsicht in die Dossiers des Thurgauer Mafia-Falls rund um die 'Ndrangheta-Zelle zeige, dass die Ermittler – zumindest was zwei Thurgauer Verdächtige betrifft – kaum Beweise für mafiöse Delikte vorlegen können. Das berichtete gestern die «Sonntags-Zeitung».
Mafia-Treffen in Wängi. (Bild: pd)

Mafia-Treffen in Wängi. (Bild: pd)

FRAUENFELD. Eine Einsicht in die Dossiers des Thurgauer Mafia-Falls rund um die 'Ndrangheta-Zelle zeige, dass die Ermittler – zumindest was zwei Thurgauer Verdächtige betrifft – kaum Beweise für mafiöse Delikte vorlegen können. Das berichtete gestern die «Sonntags-Zeitung».

Sie waren in Wängi dabei

Die Vorwürfe gegen die beiden Anfang März verhafteten Mafia-Mitglieder würden sich darauf beschränken, dass sie beim filmisch aufgezeichneten Treffen in Wängi dabei gewesen seien. Die Anwälte der mittlerweile wieder auf freiem Fuss lebenden Italiener kritisieren, dass dies nicht reichen würde, um sie in der Schweiz wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation zu verurteilen.

Auch behördenintern soll es Vorbehalte geben, die Verdächtigen auszuliefern, wie die italienische Justiz bekanntlich fordert. Den Männern droht in Italien eine Gefängnisstrafe von mehreren Jahren. Sie streiten jedoch jeden Zusammenhang mit der Mafia ab.

Job verloren, Frau weg

Einer der beiden soll mittlerweile wegen der tagelangen Untersuchungshaft im März seinen Job als Logistiker verloren haben. Sein Arbeitgeber habe ihn freigestellt. Die Begründung war eine denkbar einfache: Er blieb dem Arbeitsplatz unentschuldigt fern. Auch seine Gattin will sich von ihm trennen. Sie werfe ihm vor, er habe seine Zeit mit Mafiosi zugebracht, statt sich um die Familie zu kümmern.

Der zweite Verdächtige pflegt eine «stabile und unauffällige Lebensweise» und habe im Geschäft eine «Vorbildfunktion für junge Berufsleute» – so soll es in einem aktuellen Arbeitszeugnis heissen.

Sein Anwalt sagt: «Mein Klient sieht sich nicht als Mafioso.» Bei dem Treffen im Wängemer Boccia-Clubhaus im Jahr 2011 sei er aber dabei gewesen. Laut Anwalt sei er aber nur dort gewesen «um Karten zu spielen». Der Verdächtige habe sich nicht an einer kriminellen Organisation beteiligt. Man habe nach italienischen Regeln Briscola oder Scopa gejasst. «Als mein Klient mitbekam, wie in Wängi geredet wurde, ging er nicht mehr hin», sagt der Anwalt.

Abgesehen von den Treffen in Wängi erhebt die italienische Justiz keinerlei konkrete Vorwürfe gegen den Verdächtigen. Er sei in keine Drogen- oder Waffengeschäfte verwickelt und habe keinerlei Geldwäscherei betrieben. (red.)

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