Zwei Städte kommen sich näher

Das Herbstmeeting auf der Rennbahn Frauenfeld gestern stand nicht nur für Pferdesport. Der Turf-Club sorgte als Gastgeber auch für eine nachhaltige Begegnung der Städte Chur und Frauenfeld. Die beiden Stadtpräsidenten Urs Marti und Anders Stokholm verstanden sich prächtig.

Margrith Pfister-Kübler
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Ex-Jockey Beat Scheu, Marianne Meyer und Fränzi Scheu.

Ex-Jockey Beat Scheu, Marianne Meyer und Fränzi Scheu.

FRAUENFELD. Mit 480 Gästen im Zelt des Turf-Clubs Frauenfeld wurde dem Rennplatz Frauenfeld gestern Sonntag eine Dimension hinzugefügt, über die man unbegrenzt staunen kann. «Ich bin sprachlos», so Turf-Club-Präsident Heinz Belz. Und sprachlos ist Präsident Belz selten. Er hat es gespürt: Die Thurgauer und speziell die Frauenfelder mögen die Bündner – und diese Zuneigung funktioniert auch umgekehrt. Selbst an einem Wahlsonntag wie gestern. Die Begegnung «Chur trifft Frauenfeld» zaubert binnen weniger Minuten wohliges Lebensgefühl ins VIP-Zelt; draussen herrscht Hudelwetter. Für nachzitternde Gefühlswärme sorgen die Bündner Ländlermusik und die kulinarischen Köstlichkeiten.

Wertschätzung und Vernetzung

Da sind Leidenschaft und Engagement bei Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stokholm, Churs Stadtpräsident Urs Marti und dem Turf-Club-Präsidenten Heinz Belz zu spüren. Wertschätzung und Vernetzungen rundum. Peter Maag, Direktor IHK Thurgau (Industrie- und Handelskammer), erzählt stolz: «Meine Tochter Marina ist mit einem Bündner verheiratet und hat vor ihrem Mutterschaftsurlaub bei der Stadtpolizei Chur gearbeitet.» Als ihre zweite Heimat bezeichnet Petra Gimmi vom Quartierverein Vorstadt die Stadt Chur: Mamma Regula Gimmi, geborene Prinz, stammt aus Chur. Auch Maggie Erné-Werffeli hat Churer Wurzeln. Vater Ruedi Werffeli hatte einst ein Ingenieurbüro in Chur.

Das Frauenfelder Turfmitglied Marianne Meyer schwärmt: «Bündnerland heisst Ferien!» Rennvereinspräsident Christoph Müller zeigt es auf: Graubünden ist mit Maienfeld, Arosa und St. Moritz der rennplatzreichste Kanton. Die Thurgauer im Turf-Club-VIP-Zelt lassen ihre Bündner Erfahrungen aufblühen. «Meine grössten Erfolge habe ich in St. Moritz gehabt. Fünf Rennen auf einmal gewonnen, am Sonntag, 13. Februar 1972, am 15. Februar kam mein Sohn Roger in Frauenfeld zur Welt», blendet Ex-Jockey Beat Scheu zurück, und seine Frau Fränzi lacht: «Der Kurdirektor hatte zugesagt, dass er notfalls einen Helikopter organisiere.»

Moderatorin Christa Klein brilliert mit Wissen: «Chur und Frauenfeld passen zusammen.» Die Vizedirektorin der Klinik Schloss Mammern, Flandrina von Salis, singt das hohe Lied einer echten Bündnerin, deren Liebe auch Frauenfeld gehört: «Ich bin quasi auf der Rennbahn gross geworden. Mein Vater Björn von Salis hat die Pferdeambulanz ins Leben gerufen.» Jugendförderung betreibt der Turfclub so ganz nebenbei: Freiwillige Helferinnen vom SBW Haus des Lernens helfen mit und schnuppern so Turf-Ambiance. Grossratspräsident Max Arnold und Ehefrau Margrit gefällt an Chur, wie dort die historische Bausubstanz mit Moderne ergänzt wird. «Man kann auch schön lädele», fügt Margrit Arnold an.

Für die Weinbauern aus Hüttwilen – Rainer Furrer, Marcel und Gisela Salathé und Astrid und Charles Salathé – bedeutet Chur das Tor zu den Skiferien, auch für Frauenfelds Gemeinderatspräsidentin Eveline Buff und Bürgerpräsident Titus Moser.

«Mir chömed gärn obenabe», schmunzelt Stadtpräsident Urs Marti, während sein Bruder Beat Marti, der berühmte Schauspieler, der mit seiner Frau Delia in Berlin lebt, Komplimente für seine Schauspielerei einheimst.

Erstes Kind im Februar

Beat Marti verrät der TZ, dass er als 16-Jähriger in Weinfelden eine Freundin hatte und mit ihr nach Frauenfeld «in Uusgang» ging. Glücklich über das Bäuchlein seiner Frau Delia streichelnd, strahlen beide: «Im Februar kommt unser erstes Kind zur Welt.» Der eigentliche Kern dieser Chur-Frauenfeld-Begegnung wird zur Glückserfahrung. Man hört einander zu, man will verweilen, hören und gar verstehen. ? REGIONALSPORT 42

Moderatorin Christa Klein und Flandrina von Salis.

Moderatorin Christa Klein und Flandrina von Salis.

Anders Stokholm, Urs Marti und Turf-Club-Präsident Heinz Belz. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Anders Stokholm, Urs Marti und Turf-Club-Präsident Heinz Belz. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Schauspieler Beat Marti mit Ehefrau Delia.

Schauspieler Beat Marti mit Ehefrau Delia.

Grossratspräsident Max Arnold und Ehefrau Margrit.

Grossratspräsident Max Arnold und Ehefrau Margrit.

Rainer Furrer, Marcel und Gisela Salathé mit Astrid und Charles Salathé.

Rainer Furrer, Marcel und Gisela Salathé mit Astrid und Charles Salathé.

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