Zwei Neue wollen in den Gemeinderat

WAGENHAUSEN. Pius Rinderer und Iris Schilling fordern die Wagenhauser Behörde heraus. Rinderer ist Gegenkandidat von Harry Müller als Gemeindepräsident. Schilling will für Etzwilen in den Gemeinderat einziehen.

Thomas Güntert
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Iris Schilling und Pius Rinderer fordern die Bisherigen heraus. (Bild: Thomas Güntert)

Iris Schilling und Pius Rinderer fordern die Bisherigen heraus. (Bild: Thomas Güntert)

Am 8. März finden in Wagenhausen die Erneuerungswahlen der Gemeindebehörde statt, wobei sich nicht nur der Gemeinderat geschlossen wieder zur Wahl stellt. Pius Rinderer kandidiert für das Amt des Gemeindeammanns und Iris Schilling will neue Gemeinderätin werden – sie fordern damit bisherige heraus.

Über 60 Besucher, unter ihnen der amtierende Gemeindeammann Harry Müller und weitere Vertreter der Gemeindebehörde, füllten am Freitagabend den Ochsensaal in Wagenhausen, als sich die neuen Kandidaten vorstellten.

Pius Rinderer (62), der als Leiter einer heilpädagogischen Schule kurz vor der Pension steht, bezeichnete sich als zugänglich, lösungsorientiert, diskussionsbereit, flexibel und kooperativ. Er möchte vor allem mehr Transparenz in die Gemeindepolitik bringen und die politisch aktiven Bürger in die Entscheidungsfindungen miteinbeziehen. Er will, dass grosse Geschäfte an der Urne entschieden werden.

Schilling will Wurzeln schlagen

Die Kandidatin für den Gemeinderat, Iris Schilling (33), weiss, dass sie mit ihrer geradlinigen, ehrlichen und offenen Art auch anecken kann. Die gelernte Elektromonteurin mit eidgenössischer Matura möchte, dass jeder Ortsteil im Gemeinderat vertreten ist. Da kein Vertreter von Etzwilen im Gemeinderat sitzt, haben die Etzwiler Bürger auch keine direkte Ansprechperson. Ein Dorn im Auge ist ihr das Geothermieprojekt, das in der Gemeinde Fronten gebildet hat.

Sie hätte sich diesbezüglich mehr Informationen gewünscht und nicht immer nur gehört, dass der Gemeinderat geschlossen hinter dem Projekt steht. «Da war keine Anlaufstelle da für die Ängste und Sorgen der Gegner», bedauerte die sehr engagiert wirkende Kandidatin.

In der Diskussionsrunde lockte ein Besucher Pius Rinderer aus der Reserve: «Was wollen Sie denn besser machen, wir haben eine gut funktionierende Verwaltung und einen guten Gemeinderat?» Rinderer gefällt es nicht, dass der Gemeinderat wie ein privates Geschäft geführt wird und kritisierte, dass der Gemeinderat immer vermittle, er stehe geschlossen hinter einer Sache.

Die Wahl haben beim Wählen

Rinderer bemängelte auch, dass nie von einem Mehrheitsbeschluss gesprochen werde und die Gemeinderäte ihre Position nicht öffentlich vertreten.

«Eine Regierung ohne Opposition finde ich gefährlich», warnte Armin Koller aus den Reihen der Gäste. Er findet es gut, wenn man bei einer Wahl wirklich auch die Wahl hat.

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