Zwei Förster in 50 Jahren

HERDERN. Am Samstag feiert die Forstrevierkörperschaft Herdern ihr 50jähriges Bestehen. Dazu hat Präsident Jörg Himmelberger eine Chronik geschrieben.

Evi Biedermann
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Bruno Singer vom Waffenplatz Frauenfeld und Herderns Förster Hansjörg Hagist betrachten die vom Pilz befallenen Jungeschen. (Bild: Evi Biedermann)

Bruno Singer vom Waffenplatz Frauenfeld und Herderns Förster Hansjörg Hagist betrachten die vom Pilz befallenen Jungeschen. (Bild: Evi Biedermann)

Das Gebiet der Forstrevierkörperschaft (FRK) Herdern umfasst 568 Hektaren Wald in den Gemeinden Herdern und östlich der Staatsstrasse Rohrerbrücke in Warth-Weiningen. Die Körperschaft ist zuständig für die Bewirtschaftung des Waldes, jeder der 180 Waldbesitzer ist von Gesetzes wegen zur Mitgliedschaft verpflichtet. Zum 50-Jahr-Jubiläum in Herdern sind am Samstag nicht nur die Mitglieder eingeladen, sondern auch die Bevölkerung (siehe Kasten). «Wald ist etwas für alle», sagt Jörg Himmelberger, Präsident der FRK Herdern, deshalb habe man sich entschlossen, den Geburtstag nicht nur intern zu feiern.

Der grosse Rutsch 1996

Aus Anlass des Jubiläums hat Himmelberger eine Chronik verfasst, die am Jubiläumsanlass eingesehen und bestellt werden kann. Der reichbebilderte Band zeigt, dass sich die Waldfläche des Forstreviers Herdern in den vergangenen 50 Jahren fast verdoppelt hat. Nicht nur Bürgergemeinden hätten sich ein Waldstück gesichert, sondern auch immer mehr Private, weiss Himmelberger, der die FRK Herdern seit 20 Jahren präsidiert. «Der grosse Rutsch kam jedoch 1996 mit dem Waffenplatz Frauenfeld.» Damals kamen 156 Hektaren hinzu. Erstaunlich ist, dass die FRK Herdern in all den Jahren nur zwei Förster beschäftigte. Der erste hiess Jakob Frei, und seit 1976 betreut Hansjörg Hagist das Forstrevier Herdern.

Für Hagist ist der Wald gut erschlossen. «Jede Parzelle grenzt an eine Lastwagenstrasse.» Bewirtschaftet wird der Wald nachhaltig. «Wir holen möglichst nur den Zins.» Darunter versteht er, dass nur die Menge geholzt wird, die zuwächst. Hat sich der Wald in seiner Amtszeit verändert? «Der Wald erfüllt noch immer seine Funktion. Nämlich Schutz, Nutzen, Erholung und Lebensraum für die Waldtiere.» Verändert habe sich aber das Umfeld. Es gebe heute mehr Freizeitaktivitäten, und das Bedürfnis nach Erholung sei gestiegen.

Sorgenkind Eschenwelke

Sorge bereitet Hagist derzeit die Eschenwelke. Wie vielerorts verbreitet sich der Pilz rasant und lässt die Triebe und Zweige der befallenen Bäume absterben und die Bäume verenden. Ein Mittel dagegen gibt es nicht. Sonst sei der Wald gesund, und es habe genug Holz für den Verkauf. Ein Wermutstropfen sei einzig, dass zu wenig einheimisches Holz gekauft werde.