Zwei Drittel für Murg-Auen-Park

FRAUENFELD. Die Frauenfelder Stimmberechtigten bewilligen 3,6 Millionen Franken für die Erstellung des Murg-Auen-Parks. Stadtrat Ruedi Huber freut sich über das klare Ja. Gemeinderat Fredi Marty nimmt einen Achtungserfolg für sich in Anspruch.

Thomas Wunderlin
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Stadtrat Ruedi Huber hat die Murg-Auen-Vorlage von seinem Vorgänger Werner Dickenmann übernommen und zum Erfolg geführt. (Bild: Donato Caspari)

Stadtrat Ruedi Huber hat die Murg-Auen-Vorlage von seinem Vorgänger Werner Dickenmann übernommen und zum Erfolg geführt. (Bild: Donato Caspari)

Der Entscheid fiel klar mit 3010 Ja gegen 1676 Nein. Die Frauenfelder Stimmberechtigten bewilligen einen Kredit von 3,6 Millionen Franken für einen Auenpark im Gebiet Murgwiese –Buebewäldli.

Das Herzstück der geplanten Anlage ist ein renaturierter Altlauf der Murg, der als natürlicher Spielplatz dienen soll. Erschlossen wird der Murg-Auen-Park mit einem Netz von Spazierwegen und einzelnen Brücken.

Eine minimale Infrastruktur ermöglicht kleinere Veranstaltungen. Die alten Militärbaracken werden ersetzt durch einen Pavillon, der für private Zwecke gemietet werden kann. Dort sind auch öffentliche Toiletten und ein Verpflegungsstand untergebracht. Daneben soll eine Bocciabahn angelegt werden.

Befürchtung widerlegt

«Ich freue mich sehr», kommentierte Stadtrat Ruedi Huber das Abstimmungsergebnis, «besonders weil der Entscheid relativ klar gefallen ist.» Der SVP-Politiker hatte befürchtet, die sich verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten könnte manche Stimmbürger zu einem Nein veranlassen. Damit es einem gut gehe, muss man laut Huber «ab und zu etwas zusammen machen».

Er rechnet mit zwei Jahren Bauzeit. Zunächst müssten die Planungen wieder aufgenommen werden, die gestoppt wurden, um den Volksentscheid abzuwarten. Die Stadt müsse sich jetzt mit dem Kanton abstimmen, der für die Renaturierung der Murg zuständig sei.

Von der Stadt aus werde als erstes der verlandete Mühlewiesenkanal in Angriff genommen. Sein Ziel sei es, sagte Huber, damit bereits nächstes Jahr fertig zu werden. Kritiker warnten, die Sicherheit sei im neuen Park nicht gewährleistet. Huber will auf unerwünschte Entwicklungen schnell reagieren können. Um etwa Sachbeschädigungen zu verhindern, müsse die bauliche Möglichkeit geschaffen werden, Videoanlagen zu installieren.

Einer steht für 35,7 Prozent

Ein Abstimmungskampf hatte keiner stattgefunden. Im Stadtparlament lehnte einzig Gemeinderat Fredi Marty von der Gruppierung Menschen für Frauenfeld das Projekt ab. «Ich respektiere den Volksentscheid», sagte Marty gestern auf Anfrage, «die Frauenfelder wollen den Park.» Er erwarte nun vom Stadtrat «eine saubere und kostenbewusste» Umsetzung des Projekts. Marty spricht von einem Achtungserfolg seiner Gruppierung: «Mit einer einzigen Neinstimme im Gemeinderat stehe ich für 35,7 Prozent Neinstimmen.»

Die Stimmbeteiligung lag mit 31,7 Prozent tiefer als bei der letzten städtischen Abstimmung am 15. Mai, als 37 Prozent der Stimmberechtigten ihre Meinung zum regionalen Radweg äusserten. Bei beiden Abstimmungen betrug der Anteil der Briefwähler rund zwei Drittel.

Konfusion ist ausgeblieben

Die Stimmbürger hatten gemäss einer Mitteilung der Stadt kein Problem mit der ungewöhnlichen Konstellation von zwei Stimmrechtsausweisen. Diese war eine Folge des gleichzeitig stattfindenden zweiten Wahlgangs der Ständeratswahlen.