Zwei Beizen öffnen, eine ging zu

In die Gastrolandschaft der Frauenfelder Vorstadt kommt Bewegung. Die «Traube» neu als «The Grape Lounge» und das «Wilhelm Tell» als «Tell» stehen vor der Eröffnung. Hingegen ist das Restaurant Rebstock seit Ende Juni zu.

Mathias Frei
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Eröffnen am Samstag «The Grape Lounge» im ehemaligen «Trauben»: Die Akalan-Brüder Muhammed, Mutzi und Serhat mit Umbauhelfer Massimo (2. v. l.). (Bilder: Mathias Frei)

Eröffnen am Samstag «The Grape Lounge» im ehemaligen «Trauben»: Die Akalan-Brüder Muhammed, Mutzi und Serhat mit Umbauhelfer Massimo (2. v. l.). (Bilder: Mathias Frei)

FRAUENFELD. Das ging für einmal schnell. Erst Anfang August war Ustrinkete in der «Traube Bar». Und schon kommenden Samstag geht in der Wirtschaft zur Traube an der Ecke Zürcherstrasse/Erchingerstrasse wieder ein neues Lokal auf, nämlich «The Grape Lounge». Seit 1893 gab es im von den bekannten Brenner-Architekten erbauten Consumhof eine Wirtschaft. In jüngster Vergangenheit war aber wenig Beständigkeit angesagt. Als «Traube Bar» war die Beiz nur gut anderthalb Jahre offen. Das soll anders werden mit dem neuen Wirt Serhat Akalan, dessen Brüder schon erfolgreich Bars und Clubs in Frauenfeld, Stein am Rhein und Diessenhofen führten.

Orientalische Lounge mit Shisha

«Wir Akalans können uns einfach nicht ausruhen, wir müssen unsere Ideen verwirklichen», sagt Serhat Akalan. Seine Idee für das Lokal: Eine Mischung aus Bar und Shisha-Lounge soll am Samstag öffnen. Akalan verspricht für die Inneneinrichtung einen edel-orientalischen Einschlag. Ein wichtiges Element sind die Wasserpfeifen. «The Grape Lounge» wird über 40 verschiedene Tabake im Angebot haben, von Erdbeer- bis Red-Bull-Aroma. Geraucht werden kann aus Glas- oder Chromstahl-Wasserpfeifen mit Kühlung. «Normale Bars gibt es in Frauenfeld schon genug. Mit dem Shisha-Angebot stechen wir heraus», sagt Akalan. Dazu gibt es nebenan einen Spielraum mit Dart und Töggelikasten. Die Hintergrundmusik bewege sich zwischen Pop, R 'n' B, Latino und Oriental. Ein- bis zweimal im Monat will Akalan auch Parties mit DJs veranstalten. «The Grape Lounge» wird täglich ab 17 Uhr geöffnet sein, von Sonntag bis Donnerstag bis Mitternacht, Freitag und Samstag bis 1 Uhr.

Grilladen im «Tell»

Frischen Wind gibt es auch im «Wilhelm Tell» vis-à-vis des Staatsarchivs, das neu als Restaurant Tell laufen soll und noch diesen September öffnen werde, wie der neue Wirt Fritz Wüthrich erklärt. Der Gastronom aus Gachnang mit 25 Jahren Berufserfahrung setzt auf gutes Fleisch vom Grill und Salate. Damit führt er das Gastrokonzept fort, das gleichenorts bis vor einigen Jahren als «Steak-House Chez Ruth» auf Anklang gestossen war. Das Steak-House war 2002 aufgegangen, nachdem der bekannte Wirt Roli Marty das «Wilhelm Tell» nach vielen Jahren aufgegeben hatte. Schon 1879 gab es hier eine Bäckerei, später kam eine Wirtschaft dazu. Dass das neue «Tell» auch eine Beiz sei für die Leute aus der Vorstadt, ist dem neuen Wirt Wüthrich wichtig. Deshalb würden werktags auch Mittagsmenus angeboten.

Verlust fürs Langdorf

Ein drittes Lokal in der Vorstadt mit Tradition ist kürzlich zugegangen: der «Rebstock» gegenüber der Migros-Filiale Zeughausstrasse. Auch hier gab es schon seit 1893 eine Wirtschaft. Das letzte Wirtepaar führte den «Rebstock» aber nur anderthalb Jahre. Schliesslich musste die Wirtin die Quartierbeiz krankheitshalber per Ende Juni aufgeben, wie Hausbesitzer Antonio Abate sagt. Zuvor war Anita Rieser über 20 Jahre auf dem Lokal. Wenn es nach ihm geht, soll der «Rebstock» unter einem neuen Pächter möglichst bald wieder öffnen, sagt Abate. Der «Rebstock» war nebst dem «Landhaus» Stammlokal der Langdorfer Lindenmänner. Lindenmeister Lorenz Odermatt spricht von einem Verlust fürs Langdorf. «Für uns ist es wichtig, dass wir dank des Restaurants Landhaus im Quartier bleiben können.»

Aktive Beizenszene

«Es ist für uns erfreulich, wenn man sieht, dass etwas gemacht wird und ein Wirt etwas bewegen will», sagt Patrick Wirth, Präsident der IG Vorstadt, einem Zusammenschluss der Vorstadt-Gewerbler. Wobei er es noch lieber sehe, wenn nicht nur die Fassade renoviert, sondern auch das Restaurantinnere aufgewertet werde. Denn als Wirt reiche es nicht mehr, nur die Spinnweben des Vorgängers wegzuwischen. Die Vorstadt könne aber schon seit jeher auf eine aktive Gastrolandschaft zählen mit mehreren erfolgreichen Lokalen.

Seit Ende Juni geschlossen: Der «Rebstock».

Seit Ende Juni geschlossen: Der «Rebstock».

Öffnet noch im September: Das Restaurant Tell.

Öffnet noch im September: Das Restaurant Tell.