Zwanzig heizen gemeinsam ein

HÖRHAUSEN. Seit vergangener Woche hängt in Hörhausen das erste Haus am lokalen Wärmeverbund. Bis Ende Jahr werden nun weitere Liegenschaften folgen. Sie beziehen ihre Wärmeenergie künftig aus einer gemeinsamen Schnitzelheizung.

Salome Preiswerk Guhl
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Präsident Viktor Jud und Fachmann Kurt Raschle in der Heizzentrale. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Präsident Viktor Jud und Fachmann Kurt Raschle in der Heizzentrale. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, als die Idee eines Wärmeverbundes in Hörhausen aufkam. Es bot sich die Gelegenheit, in den Graben der neuen Wasserleitung in der Schirmisrütistrasse gleich auch die Heizungsrohre zu verlegen. Viktor Jud weibelte von Haus zu Haus und schon wurde im Frühjahr die Interessengemeinschaft Wärmeverbund Hörhausen gegründet. Am vergangenen Freitag nahm die Interessengemeinschaft die Schnitzelheizung für 20 Wohneinheiten in Betrieb.

In zwei Monaten gebaut

Zur kleinen Feier südlich der Käsereistrasse 2 waren die Wärmebezüger, die beteiligten Handwerker sowie Vertreter der Gemeinde gekommen. Rund 50 Personen schauten sich die neue Heizzentrale an. «Seit vorgestern ist das erste Haus angeschlossen», zeigt sich der Präsident der IG Wärmeverbund Hörhausen Viktor Jud erfreut. Er hat eine intensive Planungszeit hinter sich. Zusammen mit Kurt Raschle GmbH skizzierte er das Projekt, welches schliesslich innert der Rekordzeit von nur zwei Monaten Bauzeit aufgestellt wurde. Mit Kurt Raschle hat Jud einen Experten ins «Boot» geholt. Raschle selbst hat vor 34 Jahren den ersten Wärmeverbund durchgerechnet und realisiert, «damals kosteten 100 Kilogramm Öl noch 30 Franken», so Raschle. «Dass es mit diesem Wärmeverbund so schnell vorwärts ging, ist weltmeisterlich.»

Garantiert eine warme Stube

«Die Gemeinde Homburg und der Kanton standen von Anfang an hinter dem Vorhaben», Sagt Jud. Es ging speditiv und manchmal <hemdsärmelig> voran. Installiert sind nun zwei Heizkessel, ein Speicher mit 4900 Liter Wasser und zwei Feinstaubfilter, die mit Wasser gespült werden. Das Silo für die Holzschnitzel fasst 70 Kubikmeter, Jud rechnet damit, dass es im Normalwinter monatlich gefüllt werden muss. Geheizt wird mit Mischholz aus der Region. Am Bildschirm wird das ganze System überwacht, bei einer Störung erfolgt der Telefonalarm. Sollten wider Erwarten mal alle Stricke reissen und die beiden Heizkessel versagen, könnte ein mobiler Ofen installiert werden und den Speicher auf knapp 80 Grad heizen. Der Wärmeverbund garantiert jederzeit eine einwandfreie Versorgung mit Wärme.

Die Interessengemeinschaft hat für die neue Anlage 700 000 Franken budgetiert. Gemäss Jud sei die IG punkto Kosten auf Kurs. Bis Ende Jahr wird nun Haus für Haus auf den Wärmeverbund umgehängt.

Am Tag der Nuss vom Sonntag, 16. November 2014, kann die neue Heizzentrale besichtigt werden.

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