ZUSAMMENSCHLUSS: Energieversorger unter Strom

Wegen Kostendrucks und Fachkräftemangels fasst das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau eine Zusammenarbeit mit den Schaffhauser Stromnetzbetreibern ins Auge.

Silvan Meile
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In Weinfelden steht eines der 15 Unterwerke des Elektrizitätswerks des Kantons Thurgau EKT. (Bild: Donato Caspari)

In Weinfelden steht eines der 15 Unterwerke des Elektrizitätswerks des Kantons Thurgau EKT. (Bild: Donato Caspari)

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Die Verantwortlichen des Elektrizitätswerks des Kantons Thurgau (EKT) blicken mit Sorgenfalten in die Zukunft. Vor allem die Kosten für den Unterhalt des Stromnetzes müssten gesenkt werden. Ausserdem fehlt es je länger je mehr an geeigneten Berufsleuten. Die kleineren und mittelgrossen Energieversorgungsunternehmen würden sich zunehmend mit dem Problem der Nachwuchsrekrutierung von Spezialisten konfrontiert sehen, schreibt das EKT in einer Medienmitteilung. Deshalb braucht es Massnahmen.

Die Steine auf dem Weg in die Zukunft sollen gemeinsam mit dem Schaffhauser Stadtwerke SH Power und dem Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS) weggeräumt werden. «Um die Kostenstruktur zu optimieren und das Netzgebiet zu vergrössern, ist die Gründung einer gemeinsamen Netzbetriebsgesellschaft ein möglicher Lösungsansatz», heisst es in der Mitteilung. So soll die Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben.

Die Energieversorger teilen sich die Leiden

Als Axpo-Kantone seien Schaffhausen und der Thurgau schon seit je in einem engen Kontakt, erklärt Peter Schütz, EKT-Verwaltungsratspräsident. Der ehemalige Thurgauer Gewerbeverbandspräsident ergänzt: «Wir haben die gleichen Freuden und Leiden.»

Es sind die Leiden, welche die Stromversorger nun veranlassen, eine Kooperation im Unterhalt des Stromnetzes zu prüfen. «Wir stehen unter einem enormen Druck, unsere sehr gute Infrastruktur kostengünstig zu unterhalten», sagt Schütz. Deshalb sollen in diesem Bereich mit den Schaffhausern Synergien genutzt werden. Konkret heisst das: Eine gemeinsame Gesellschaft soll für den Unterhalt, die Planung und den weiteren Ausbau des Elektrizitätsnetzes verantwortlich sein. Das oberste Ziel: Betriebskosten reduzieren. «Das Eigentum an den Netzen bleibt unberührt», stellt Schütz schon heute klar.

«Die drei Energieversorger ergänzen sich in Bezug auf Kernkompetenzen wie auch geografisch ideal», heisst es in der Mitteilung weiter. Sogar von einer Stärkung des regionalen Wirtschaftsstandorts Schaffhausen-Thurgau ist dort die Rede.

Resultate der Abklärungen im Herbst erwartet

Ein Stellenabbau sei nicht geplant. «Wir gehen davon aus, dass es nicht zu Entlassungen kommt», sagt Schütz. Vielmehr soll mit der Kooperation dem Fachkräftemangel begegnet werden, etwa bei den Netzelektrikern. Bei ihnen zeigt sich eine Überalterung. In den nächsten Jahren stehen offenbar mehr Pensionierungen an, als junge Berufsleute dieser Sparte nach­rücken.

Bis im kommenden Herbst sollen die Resultate der nun eingeleiteten Abklärungen auf dem Tisch liegen. Falls dann der Entscheid gefällt wird, dass die neue Netzbetriebsgesellschaft ins Leben gerufen wird, soll dieses Vorhaben im Jahr 2018 umgesetzt werden, sagt Schütz. Das sei zugegebenermassen ein sportlicher Zeitplan.