ZUSAMMENHALT: «Die Ostschweiz braucht einen stärkeren Motor»

Die Ostschweiz ist in vielen Bereichen unterdurchschnittlich. Dies das Fazit einer Studie der beiden Industrie- und Handelskammern Thurgau und St. Gallen-Appenzell. Ihre Empfehlung: kantonsübergreifend über eine gemeinsame Zukunft diskutieren.

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Die Podiumsrunde: Stefan Schmid, Chefredaktor St. Galler Tagblatt, Benedikt Würth, Regierungsrat SG, Daniel Fässler, Regierungsrat AI, Paul Signer, Regierungsrat AR, die Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli, Jakob Stark, Regierungsrat TG, und David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung (von links). (Bild: Reto Martin)

Die Podiumsrunde: Stefan Schmid, Chefredaktor St. Galler Tagblatt, Benedikt Würth, Regierungsrat SG, Daniel Fässler, Regierungsrat AI, Paul Signer, Regierungsrat AR, die Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli, Jakob Stark, Regierungsrat TG, und David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung (von links). (Bild: Reto Martin)

150 Personen aus der Ostschweizer Wirtschaft und Politik haben sich gestern Abend in Romanshorn zur ersten Eco Ost Arena eingefunden. Ziel der Veran­staltung: das «Phantom Ostschweiz» zu ergründen. Die beiden Industrie- und Handelskammern Thurgau und St. Gallen -Appenzell haben Entscheidungsträger aus den vier Kantonen St. Gallen, Thurgau und beiden Appenzell eingeladen, um über Gemeinsamkeiten, Differenzen und Potenziale der Ostschweiz zu diskutieren.

Nach der Begrüssung durch den Thurgauer IHK-Präsidenten Christian Neuweiler stellte Frank Bodmer den neu lancierten Eco-Ost-Monitor vor. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie sich die Ostschweiz in Bezug auf Beschäftigung, Bevölkerung, Export und Steuerbasis im Vergleich zur restlichen Schweiz entwickelt hat. Das Fazit: Die Ostschweiz schneidet überall unterdurchschnittlich ab. «Wir brauchen einen stärkeren Motor», sagte Bodmer.

«Gemeinsam sind wir stärker»

Der zweite Referent, der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth, fokussierte auf die inneren Barrieren, welche die Zusammenarbeit erschweren. Er nennt es «mentale Fallen». Kantonale Befindlichkeiten sollten nicht zu einem verkrampften Verhältnis führen und die gemeinsame Arbeit erschweren, sagte Würth und fügte dann an: «Gemeinsam sind wir stärker, aber wir brauchen einen Fokus auf die wichtigsten Themen.»

Die Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli setzte sich mit der Grundsatzfrage «Wie viel Ostschweiz braucht die Schweiz?» auseinander. Dabei sprach sie einige Themen der nationalen Politik an, bei denen die Ostschweizer Politikerinnen und Politiker gut und effizient zusammenarbeiteten. Jedoch mit einer typischen Ostschweizer Tugend: der Bescheidenheit. «Vieles läuft bei uns im Verborgenen, daran können wir arbeiten», sagte die Thurgauer Ständerätin.

Die Themen und aufgeworfenen Fragen wurden zum Abschluss des Anlasses in einem Podiumsgespräch aufgenommen und diskutiert. Es entstand eine hitzige Debatte – mit dem Fazit: Grundsätzlich sei die Zusammenarbeit gut, sie könnte jedoch intensiviert werden. Die Differenzen stecken im Detail.

Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@thurgauerzeitung.ch