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Zum Telefonieren reicht's aus

FRAUENFELD. Unterhalb des Frauenfelder Spitals hat es ein Mobilfunkloch. Das sei nicht weiter schlimm, sagen Mobilfunkkritiker. Um zu Telefonieren, genüge die Abdeckung. In den Häusern aus Beton müsse man dazu halt ans Fenster treten.
Stefan Hilzinger
Finden überall Strahlung: Hansueli Stettler und Markus Lauener mit Messgerät. (Bild: Stefan Hilzinger)

Finden überall Strahlung: Hansueli Stettler und Markus Lauener mit Messgerät. (Bild: Stefan Hilzinger)

Hansueli Stettler hat zwei Handys. Eines ist bei Swisscom eingelöst, das andere bei Sunrise. Der Vizepräsident des Dachverbandes Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein aus St. Gallen machte sich mit Präsident Walter Lauener aus Wängi auf den Weg, um im Frauenfelder Quartier Wiesengrund die Stärke des Mobilfunknetzes zu messen.

Dort, direkt unterhalb des Spitals, sei der Empfang seit Jahren unzureichend, bemängelten Anwohner vor kurzem gegenüber unserer Zeitung. Swisscom und Orange planen auf dem Kantonsspital eine neue Antenne (siehe Kasten).

Beton schirmt ab

«Der Empfang reicht sowohl für Swisscom als auch für Sunrise bestens aus», sagen Stettler und Lauener nach ihren Messungen. In Häusern aus Beton, wie sie in dem Gebiet zu finden seien, könne es sein, dass es «in abgeschirmten Ecken etwas knapp wird».

Da helfe es, sich zum Fenster hinzubewegen. Etwas, was zum Beispiel in Italien noch heute bei fast allen Telefonierenden als Bewegungsmuster geblieben sei.

«Notfall-Argument sticht nicht»

Im vergangenen Herbst fiel in Teilen Frauenfelds während Tagen das Festnetz aus. Ein solcher Ausfall sei dann lebensbedrohlich, wenn mangels genügend Mobilfunkempfang der ärztliche Notfall nicht rechtzeitig alarmiert werden könne, befürchtet ein Arzt, der im Wiesengrund wohnt.

Die Mobilfunkkritiker Stettler und Lauener finden dieses Argument nicht stichhaltig: «In der Regel fällt auch der Mobilfunk aus, wenn irgendwo im Quartier die Leitungen des Festnetzes beschädigt werden, da die Mobilfunkstationen mittels Glasfaser an die Zentralen angeschlossen sind.»

Auch das Extremszenario, dass jemand bewegungsunfähig und mutterseelenallein mangels rechtzeitiger Alarmierung unweit des Spitals sterben muss, verfängt ihrer Meinung nach nicht: «Ein solcher Fall muss aus unserer Sicht nicht von jeder Infrastruktur aufgefangen werden», sagen Stettler und Lauener. «Schon gar nicht im Vergleich zu den gesundheitlichen Folgen des Elektrosmogs für die gesamte Bevölkerung.»

Gefährlichkeit liegt woanders

Denn davon sind die beiden überzeugt: «Zu viel Handystrahlen machen uns alle krank.» Dies hätten Studien x-fach belegt, sagen sie und legen eine lange Liste mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor. Stettler und Lauener wollen sich der sogenannten nicht-ionisierenden Strahlung möglichst wenig aussetzen. Auf Schulhäusern und Spitälern habe es starke Antennen. In den Siedlungen wimmle es zudem je länger je mehr von drahtlosen Netzwerken.

Stettler und Lauener machen sich Sorgen, weil man heute nicht genau wisse, wie sich die Strahlung langfristig auswirke. «Es wächst eine Generation heran, die von klein auf der Strahlung ausgesetzt ist.» Sie beklagen auch, dass es fast keinen Ort mehr gebe, wo man sich den Strahlen entziehen könne. Der gesellschaftliche Druck müsse einfach noch stärker werden, damit etwas gegen diese «Verseuchung» unternommen werde.

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