Zum Start tiptop herausgeputzt

150 Kinder nahmen im sanierten und ausgebauten Schulhaus Huben das neue Schuljahr in Angriff. Mit dem Ausbau hat die Schulgemeinde Frauenfeld Reserve für 70 zusätzliche Schülerinnen und Schüler geschaffen.

Severin Schwendener
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Nahezu nahtlos ist der Übergang vom Altbau zum Neubau (roter Teil) im erweiterten Schulhaus Huben. (Bild: Severin Schwendener)

Nahezu nahtlos ist der Übergang vom Altbau zum Neubau (roter Teil) im erweiterten Schulhaus Huben. (Bild: Severin Schwendener)

FRAUENFELD. «Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne», zitierte Schulpräsident Andreas Wirth in seiner Ansprache Hermann Hesse. Und einen Neuanfang gibt es am Montag im Schulhaus Huben in Frauenfeld tatsächlich zu feiern. Der Neubau wurde termingerecht fertiggestellt, die alten Räumlichkeiten grundlegend überholt. Auch wenn einige Rasenflächen noch nicht eingesät und hier und da Spuren von Bautätigkeit zu sehen sind, können Lehrerschaft und Schüler mit Elan in ein neues Zeitalter starten.

Bauboom bringt Schüler

Ein Zeitalter, das eine Weile herhalten soll, wie Andreas Wirth im Gespräch mit der TZ erklärt. «Die Planung eines solchen Erweiterungsbaus ist immer sehr anspruchsvoll – schliesslich sollen die Räumlichkeiten möglichst lang die Bedürfnisse erfüllen.» Dabei geht es nicht nur um die Funktionalität der Räume, sondern schlicht und einfach auch um Platz.

Momentan wird in Frauenfeld – und speziell auch im Einzugsgebiet des Huben – fleissig gebaut. «Wir spüren, dass aufgrund der steigenden Mieten und Bodenpreise in Zürich und Winterthur hier mehr gebaut wird», sagt Wirth. «Dadurch kommen mehr Schüler in unsere Schulen.»

Zusätzlicher Kindergarten

Mit dem jetzigen Erweiterungsschritt sollte das Huben aber für geraume Zeit genügend Luft haben. 150 Kinder gehen dort derzeit zur Schule, theoretisch könnten es bei bleibender Klassengrösse rund 220 sein. Spontan auf die spürbare Zuwanderung reagiert hat man beim Kindergarten: der wurde anfangs noch aus dem Projekt gestrichen, ein Umbau der bestehenden Anlage wäre zu teuer gekommen. Doch dann hat man entschieden, einen Teil der vorhandenen Landreserve einzusetzen, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Am Montag hat daher nicht nur der Neubau der Schule, sondern auch der neue Kindergarten seine Tore geöffnet, und das, obwohl erst im Februar Baubeginn war. «Ich bin sehr zufrieden, dass alles rechtzeitig und ohne grössere Probleme fertig geworden ist», sagt denn auch Markus Herzog, der als Berater der Schulbehörde amtet. «Ein solches Bauprojekt bedeutet letztlich doch immer auch sehr viel Arbeit von allen Beteiligten, da freut man sich, wenn am Ende alles rechtzeitig und tiptop vor einem steht.»

Erste interaktive Wandtafeln

Tiptop sieht das neue Schulhaus bei einem ersten Augenschein in der Tat aus, auch wenn der offizielle Tag der offenen Tür erst am 22. September stattfindet. Neue interaktive Wandtafeln, neue Geräte in allen Zimmern, eine neue Mediathek, neue Böden, neu gestrichene Wände: das Schulhaus – auch der alte Trakt – sieht einfach rundum neu aus. Denn es wurde nicht einfach irgendwo ein Klotz angehängt: Der Neubau verbindet den bestehenden Bau mit der Turnhalle und gliedert sich harmonisch in das Ganze ein, so dass weder innen noch aussen ein wirklicher Übergang sichtbar wäre.

Rechtzeitig wieder online

Nicht ins Rotieren kamen die Verantwortlichen ob einer kleinen Falschmeldung. Die «Frauenfelder Woche» hatte die Einladung zum Eröffnungsapéro, die an Lehrpersonen und Behördenmitglieder gerichtet war, fälschlicherweise als öffentliche Einladung veröffentlicht. So fanden auch einige Frauenfelder ihren Weg ins Huben, wo man allerdings gerüstet war. «Wir haben den Apéro vorsorglich etwas ausgebaut», sagte Wirth, und fügte an: «Es freut uns, wenn auch diejenigen kommen und sich für unsere Schule interessieren, die das alles hier überhaupt bezahlt haben.» Bei derart kleinen Problemen brauche es nur eine Portion Gelassenheit, wie auch bei der Tatsache, dass Schule und Behörde wie der Rest der Stadt einige Tage offline gewesen sind. Doch nach diesem ersten Schultag gilt auch im neuen Schulhaus Huben: «Wir sind wieder online!»