Zuger Kirsch und Glarner Ziger

An der 70. Olma treffen sich mit Glarus und Zug zwei Gastkantone der Gegensätze: Der traditionsbewusste Bergkanton am Walensee und der finanzstarke Stand aus der Innerschweiz. An der Olma dürften sich die Unterschiede auflösen.

Fredi Kurth
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Die Olma-Gastkantone – Zug mit See und Glarus mit Landsgemeinde. (Bilder: pd)

Die Olma-Gastkantone – Zug mit See und Glarus mit Landsgemeinde. (Bilder: pd)

Warum zwei Gastkantone? Glarus wäre zu klein, um an der Olma allein aufzutreten, und so verband sich der Kanton wie vor 25 Jahren mit Zug zu einer gemeinsamen Präsentation.

Filmpanorama und Restaurant

Was die Messebesucher vom 11. bis 21. Oktober erwartet, verrieten die beiden Landammänner Andrea Bettiga (Glarus) und Matthias Michel (Zug) gestern an der Olma-Medienkonferenz im Freuler Palast in Näfels höchstpersönlich: Primär geht es um die Sonderschau ZUGLARUS, in welcher sich die beiden Kantone in einem interaktiven Filmpanorama darstellen. Es geht aber auch um kulinarische Köstlichkeiten, die in der Halle 9.1 im Restaurant Rosso serviert werden.

Glarner Ziger und Zuger Kirschtorte – die Gegensätze der beiden Kantone mögen schon bei den kulinarischen Delikatessen zum Ausdruck kommen. Doch beide Landammänner machten just auch auf die weniger bekannten Seiten ihres Landesteils aufmerksam. Michel verwies auf das Fachschulzentrum für Agrarwirtschaft und auch darauf, dass der Landschaftsschutz bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum im Kanton «das grösste Thema» sei. Der Auftritt an der Olma verbinde Tradition mit High-Tech.

Gemischter Umzug

Für Bettiga, Sohn italienischer Eltern, war Glarus schon immer ein fortschrittlicher Kanton: Dieser führte 1864 als erster das Fabrikgesetz ein, später als erster ein Arbeitslosengesetz und 1916 die AHV, 32 Jahre vor dem Bund. Erst kürzlich fusionierten die einst 25 Kommunen von Glarus zu drei Grossgemeinden. Doch der alljährlichen Landsgemeinde ist man bis heute treu geblieben.

Eine Auswahl der wichtigsten Tiere, so die Elitekühe, wird an der Olma nicht fehlen. Die beiden Kantone präsentieren sich am Umzug vom 13. Oktober gemischt, aber in eigenen Blöcken in etwas mehr als 40 Sujets: Beresina-Grenadiere, Trachtenvereinigungen, das türkische Kulturzentrum, Musikvereine, Akrobaten und viele mehr bilden einen bunten Reigen. Glarus wie Zug suchen mit ihren Produkten auch eine Annäherung an die St. Galler Bratwurst: Mit der Kalberwurst, die der Olma-Bratwurst ähnelt, beziehungsweise mit der Chriesi-Wurst, die an eine Biowurst erinnert und mit einer implantierten Kirsche leicht süsslich schmeckt.

Bergwelt und Wirtschaftskraft

St. Gallens Stadtpräsident Thomas Scheitlin würdigte als Präsident Olma Messen den Kanton Zug als «Wirtschaftsstandort von internationaler Ausstrahlung, der aber auch eine idyllische Welt bietet». Wegen des Zugersees stünde Zug in Rankings oft vor St. Gallen. Glarus bürge als exportorientierte Wirtschaftskraft und mit seiner Bergwelt, gewürdigt als Unesco-Welterbe «Tektonikarena Sardona», ebenfalls für eine besondere Lebensqualität.

Bild: WERNER_MORELLLI

Bild: WERNER_MORELLLI

Die Toggenburger Bäuerin und Scherenschnittkünstlerin Jolanda Brändle gestaltete das Olma-Plakat. (Bild: pd)

Die Toggenburger Bäuerin und Scherenschnittkünstlerin Jolanda Brändle gestaltete das Olma-Plakat. (Bild: pd)