Zuerst narrte er GC und den Thurgau, jetzt sitzt er ein

Als arabischer Prinz führte Volker Eckel den Thurgau und die GC-Fussballer an der Nase herum. Jetzt sitzt der Hochstapler in deutscher Haft.

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ROTTWEIL. Volker Eckel sitzt seit dem 12. Oktober in der Justizvollzugsanstalt Rottweil. Die meisten Straftaten soll Eckel in der Schweiz begangen haben, weil er jetzt aber in Baden-Württemberg wohne, habe die Staatsanwaltschaft St. Gallen ihr Verfahren dorthin abgetreten, wie der «Tages-Anzeiger» gestern berichtete.

Eckel gab vor, Sohn des irakischen Diktators Saddam Hussein und einer arabischen Prinzessin zu sein. In die Schlagzeilen geriet er im Jahr 2009, weil er 300 Millionen in den Fussballclub Grasshoppers investieren wollte. Der Thurgauer Steuerverwaltung versprach er zudem jährlich pauschal fünf Millionen Franken Steuern, woraufhin er eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung erhalten hatte. Beides Geldbeträge, die nie ankamen. Eckel schaffte es, die Thurgauer Regierung monatelang hinzuhalten, bevor er im März vergangenen Jahres das Land verlassen musste. Regierungsrat Bernhard Koch sagte damals in einem Interview mit der TZ: «Vielleicht haben wir uns ein bisschen lächerlich gemacht.»

Eckel wird gewerbsmässiger Betrug in fünf Fällen vorgeworfen. Im aktuellen Verfahren vor dem Landgericht geht es weder um die Vorgänge mit der Thurgauer Regierung noch um den GC, sondern um Geldbeträge, die Eckel anderen Personen in der Schweiz mit Täuschungen entwendet haben soll. (cmi)