Zückerchen inklusive

Jetzt senken sie wieder. Und es bleibt den Steuersenkern auch gar nichts anderes übrig. Nachdem die Steuerprivilegien für Statusgesellschaften international so nicht mehr haltbar sind, heisst nun die Devise: Steuern runter für alle Firmen.

Christian Kamm
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Jetzt senken sie wieder. Und es bleibt den Steuersenkern auch gar nichts anderes übrig. Nachdem die Steuerprivilegien für Statusgesellschaften international so nicht mehr haltbar sind, heisst nun die Devise: Steuern runter für alle Firmen. Eine Alternative gibt es nicht, will man die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts erhalten.

Seit gestern ist klar, wie sich der Thurgau dem Reigen der Steuerentlastung für Firmen anschliessen will. Er tut das, wie gewohnt, mit Vorsicht und Augenmass. Das dürfte in der laufenden Vernehmlassung gerade deshalb noch zu reden geben. Angesichts der Tatsache, dass im Wettbewerb der Kantone die Karten gegenwärtig neu gemischt werden, könnte von einer Regierung auch mehr Mut eingefordert werden – um die Gunst der Stunde zu nutzen. Zumal der Thurgau in der Ostschweiz bald nur noch Steuermittelmass darstellen wird.

Umgekehrt könnte, wer nur auf den reinen Wettbewerb setzt und das Gemeinwohl dabei vergisst, schon bald mit abgesägten Hosen dastehen. Dann nämlich, wenn im kommenden Februar auf nationaler Ebene die Referendumsabstimmung über die Unternehmenssteuerreform III ansteht. Nicht umsonst hat auch die Thurgauer Regierung mit der Erhöhung der Familienzulage ein Zückerchen für Otto Normalsteuerzahler in ihre Umsetzungsvorlage gepackt. Damit auch das fiskalische Fussvolk weiss, weshalb es zum wiederholten Mal einer Steuerentlastung für Unternehmen zustimmen soll.

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