Zivilschutzmaterial wird mobiler

Der Thurgauer Zivilschutz kann seine Ausrüstung künftig besser an den Einsatzort bringen. Bis März erhält er zwölf neue Materialanhänger. Sie werden von der Sirnacher Firma Brändle gefertigt, die damit ein neues Geschäftsfeld betritt.

Christof Widmer
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Zivilschutzchef Markus Bürgi (l.) erklärt im Ausbildungszentrum Galgenholz, was der neue Materialanhänger bietet. (Bild: Reto Martin)

Zivilschutzchef Markus Bürgi (l.) erklärt im Ausbildungszentrum Galgenholz, was der neue Materialanhänger bietet. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Die Sirenen heulen, als ob sie bestellt wären. Die gestrige Übergabe des ersten Materialanhängers an den Thurgauer Zivilschutz fällt mit dem landesweiten Sirenentest des Bevölkerungsschutzes zusammen. «Das passt», sagt Markus Bürgi, Leiter der Abteilung Zivilschutz im Thurgauer Amt für Bevölkerungsschutz und Armee.

Zwölf Materialanhänger für insgesamt 335 000 Franken hat der Zivilschutz bestellt. Sie werden bis März ausgeliefert. Kommt es irgendwo im Kanton zu einer Katastrophe, zu der der Zivilschutz aufgeboten wird, rückt er künftig mit solchen Anhängern an.

Alles, was es als erstes braucht

Darin verstaut sind unter anderem motorbetriebene Zugseile, Werkzeug wie Bohrmaschinen und Winkelschleifer, hydraulische Spreizen, Geräte zur Bergung von Verletzten, Hebekissen oder Lampen, um einen Platz zu beleuchten. «Das ist das Material, das der Zivilschutz als erstes braucht, wenn er auf einem Schadenplatz eintrifft», sagt Bürgi. Er hofft, dass es nie eine Katastrophe gibt, in welcher die Anhänger eingesetzt werden müssen. «Aber wenn es dazu kommt, sind wir damit bestens gerüstet.»

Der Zivilschutz verfügt schon bisher über Materialanhänger. Diese sind aber gegen 40 Jahre alt, viel kleiner, und hätten nachgerüstet werden müssen, um sie strassenverkehrstauglich zu halten. Der Zivilschutz ersetze jetzt sowieso sein Einsatzmaterial, sagt Bürgi. Die neuen Materialanhänger sind auf das neue Gerät abgestimmt.

Eine Referenz im Thurgau

Herstellerin der neuen Anhänger ist die Sirnacher Firma Brändle, die vor allem als Produzentin von Feuerwehrfahrzeugen bekannt ist. Sie hat nach einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag des Thurgauer Zivilschutzes erhalten. «Für uns ist es toll, einen Auftrag für den Zivilschutz ausführen zu können», sagt Geschäftsleiterin Claudia Brändle. Sie hofft, dass ihre Firma künftig auch für andere Zivilschutzorganisationen liefern kann und sich so ein neues Geschäftsfeld auftut. Im Thurgau verfüge die Firma nun über eine Referenz. Sie könne anderen Interessenten aus dem Zivilschutz das Produkt eins zu eins zeigen.

Elf Pionierzüge

Die zwölf Materialanhänger werden dezentral stationiert. Sie sind für die derzeit zwölf Zivilschutzregionen gedacht. Die Reorganisation des Thurgauer Zivilschutzes hat aber zur Folge, dass es künftig nur noch fünf Zivilschutzorganisationen geben wird. Das hat aber auf die Beschaffung der Anhänger keinen Einfluss. Nach wie vor wird es im Thurgau elf Pionierzüge geben. Für sie sind die Fahrzeuge bestimmt.

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