Zimmermann Harder und die Kiwis

Eric Harder begab sich vor mehr als zehn Jahren auf Wanderschaft – und blieb hängen. Heute baut der Eschliker im neuseeländischen Christchurch Häuser wieder auf, die beim Erdbeben 2011 zerstört wurden. Und wenn er nicht arbeitet, geniesst er die Freiheit unter entspannten Menschen.

Donat Beerli
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Eric Harder fühlt sich wohl in Neuseeland. (Bild: pd)

Eric Harder fühlt sich wohl in Neuseeland. (Bild: pd)

CHRISTCHURCH. Es ist Januar 2003, als Eric Harder, gelernter Zimmermann aus Wallenwil bei Eschlikon, auf Wanderschaft geht. Geplant sind drei Jahre und ein Tag. So steht es heute noch in seinen Reiseberichten auf der Webseite von Zuber Holzbau, seinem damaligen Arbeitgeber in Dussnang. Harder hilft beim Bau einer Villa in Korsika, zimmert auf Sylt, in Schweden, Australien und bleibt irgendwann hängen – in Neuseeland. Ihn dort zu erreichen, ist schwierig. Erste Mails und Telefonate scheitern. Irgendwann klappt's dann trotzdem noch.

Warum Neuseeland, Herr Harder? «Die entspannte Art der Menschen hier gefiel mir von Anfang an», erzählt der 37-Jährige. Mit Englisch habe er ein bisschen mehr Mühe gehabt. «Gut, dass ich im Pub eine Neuseeländerin kennenlernte, die zudem Englischlehrerin war.» Zehn Jahre später sind die beiden verheiratet und leben mit zwei Töchtern im Alter von neun und vier Jahren in Christchurch, an der Neuseeländischen Ostküste. Dort hilft Harder mit, die beschädigten Häuser des verheerenden Erdbebens 2011 wieder aufzubauen. In einem Jahr ist Schluss. Dann ziehen die Harders wieder zurück Richtung Norden. Nach Raglan, wo der Thurgauer seiner «kiwi family» ein neues Haus bauen will. «Mit Meersicht, versteht sich.» In den Thurgau zurückkehren wird er nicht. «Hier kannst du machen, was du willst und wann du willst», sagt der Eschliker. Diese Freiheit gefällt Harder, seit er 2003 losgezogen ist. «Damals habe ich gemerkt, dass ich ein Leben führen kann, das mich glücklicher macht.»

Bild: DONAT BEERLI

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