Ziegel ist nicht gleich Ziegel

Nachdem die Baustelle des Restaurants Engel in Münchwilen fünf Monate lang stillstand, sind die Dachdecker wieder am Werk. Das erforderliche Denkmalschutz-Konzept liegt nun vor.

Ives Bruggmann
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Die Bauarbeiten beim Restaurant Engel im Dorfzentrum, gleich beim Münchwiler Bahnhof, wurden wieder aufgenommen. (Bild: Donato Caspari)

Die Bauarbeiten beim Restaurant Engel im Dorfzentrum, gleich beim Münchwiler Bahnhof, wurden wieder aufgenommen. (Bild: Donato Caspari)

MÜNCHWILEN. Nun entsprechen die Dachziegel auch den Ansprüchen des Denkmalschutzes. Und so können die Bauarbeiter nach fünf Monaten wieder ihrem Auftrag nachkommen. Seit April waren die Arbeiten am Restaurant Engel im Münchwiler Dorfzentrum nämlich ausgesetzt. Wie es damals vom Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau hiess, hätten die Handwerker einfach mit den Bauarbeiten angefangen. In ihrer Auflage sei jedoch gestanden, dass vor Baubeginn ein Restaurierungskonzept eingereicht werden müsse.

Zudem habe es die Bauherrschaft versäumt, vor Beginn der Dachdeckerarbeiten mit der kantonalen Denkmalpflege die Ziegelart abzusprechen, teilte die Gemeinde damals mit.

Konzept eingereicht

Mittlerweile hat das zuständige Architekturbüro Walser aus Niederwil das erforderliche Restaurierungskonzept nachgereicht. Dies bestätigt der Leiter des Amtes für Bau und Umwelt, Gregor Kretz. «Die Denkmalpflege hat das Konzept genehmigt. Auch werden jetzt Ziegel verwendet, die den Anforderungen entsprechen.» Seit zwei Wochen seien die Bauarbeiter wieder am Werk. Die Bauherrschaft will nun möglichst schnell das Dach decken und die Fassade fertig renovieren. «Aussen soll die Liegenschaft winterfest sein. Das ist das Ziel», sagt Kretz.

Haus dem Zerfall nahe

Die Restauration des Engels hat bereits eine längere Vorgeschichte. Den «Schandfleck» im Dorf – der vordere Teil des Restaurants und der Stall im hinteren Bereich zerfielen und waren nicht mehr bewohnbar – wollte man zwar auffrischen, uneins war man sich aber von Beginn weg, wie das zu geschehen habe.

Der Thurgauer Heimatschutz befand Ende 2012, dass das Bauvorhaben, welches das Architekturbüro Walser eingegeben hatte, nicht ins Ortsbild passe. Heimatschutz und Gemeinde trafen sich daraufhin am runden Tisch. «Es macht keinen Sinn, wenn ein Gebäude im Dorf steht, das zwar geschützt, aber nicht brauchbar ist», sagte Gemeindeammann Guido Grütter damals. Der Heimatschutz zog die Einsprache letztlich zurück.

Nun wird ein nächstes Ziel in Angriff genommen.

Gregor Kretz Leiter Amt für Bau und Umwelt Münchwilen (Bild: pd)

Gregor Kretz Leiter Amt für Bau und Umwelt Münchwilen (Bild: pd)