Zeugnisse mit Noten und Balken

Mit dem Lehrplan 21 bekommen die Schüler auch andere Zeugnisse. Der Verband Thurgauer Schulgemeinden verlangt, dass diese alle Schulgemeinden gleichzeitig einführen müssen.

Michèle Vaterlaus
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Felix Züst Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden (Bild: Nana do Carmo)

Felix Züst Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Bisher war es ganz einfach: Der Lehrer erteilt Noten von 1 bis 6. In einem Text kann er sich zudem zum Verhalten des Schülers im Unterricht äussern und dazu, ob dieser die Lernziele erreicht hat. Damit ist das Zeugnis komplett. Mit dem neuen Lehrplan sieht das etwas anders aus. Die Noten bleiben zwar erhalten. Diese Bedenken der Lehrplan-Gegner hat die Projektgruppe des Lehrplans 21 bereits zu Beginn des Jahres zerstreut. Doch es stellt sich auch die Frage, wie die Kompetenzen dargestellt werden sollen. Denn gemäss dem Lehrplan 21 müssen sich die Schüler verschiedene Kompetenzen aneignen. Wie diese bewertet werden sollen, ist noch unklar. Der Vorstand des Verbands Thurgauer Schulgemeinden betont aber, wie wichtig diesbezüglich eine kantonal einheitliche Beurteilung der Leistungen der Schüler ist. «Die Zeugnisse müssen gut verständlich sein für Lehrbetriebe oder weiterführende Schulen», erklärt der Verbandspräsident Felix Züst.

Zeugnisse müssen lesbar sein

Das sieht auch die Lehrplan-Projektgruppe so. Sie arbeitet derzeit daran und nach entsprechenden Darstellungsmöglichkeiten. «Die Erwartungen von Lehrbetrieben sind klar», sagt die zuständige Regierungsrätin Monika Knill. «Diese Erfahrung haben wir gemacht, als wir die durchlässige Oberstufe eingeführt haben. Für viele Betriebe war es schwer zu wissen, was für ein Schüler nun vor ihnen sitzt.» Deshalb nehme man diese Erwartungen ernst. «Denkbar sind neben den üblichen Noten beispielsweise Balken, welche darüber informieren, ob eine Kompetenz und in welcher Ausprägung diese vorhanden ist.» Die Darstellung von Ergebnissen in Form von Balken kenne man von Multichecks.

Was die Forderung nach einheitlicher Beurteilung angeht, verweist Knill auf das Zeugnisreglement, das der Regierungsrat im Jahr 2008 erlassen hat und dem alle Schulen verpflichtet seien.

Es wird eine Schnittstelle geben

Der Verband Thurgauer Schulgemeinden verlangt aber noch mehr: «Wir wollen, dass mit der Einführung des neuen Lehrplans auch die neuen Zeugnisse gleichzeitig in allen Schulen im Thurgau eingeführt werden», sagt Züst. Diese Zusage kann die Regierungsrätin aber noch nicht machen. «Ziel ist es natürlich, dass alle Schulen diese gleichzeitig einführen», sagt Monika Knill. «Da wird es sicher eine Schnittstelle geben.» Denn man müsse sich fragen, ob es sinnvoll ist, wenn ein Schüler, der gerade die Schule beendet, für sein letztes Schuljahr noch ein Zeugnis in einer neuen Darstellungsform bekommt.

Monika Knill Regierungsrätin, Departement für Erziehung und Kultur (Bild: Reto Martin)

Monika Knill Regierungsrätin, Departement für Erziehung und Kultur (Bild: Reto Martin)

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