Zeugen Jehovas wollen weitere Kirche bauen

Fünf Königreichssäle gibt es bereits im Kanton Thurgau. Jetzt wollen die Zeugen Jehovas einen sechsten errichten – in der Region Märstetten.

Inge Staub
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MÄRSTETTEN. Die Zeugen Jehovas sind bekannt dafür, dass sie von Tür zu Tür pilgern. Doch verfügt die Religionsgemeinschaft, die an den Weltuntergang glaubt, auch über Kirchengebäude, die sie Königreichssäle nennt. Einen solchen wollten die Zeugen in Märstetten bauen. Wolfram Slupina vom Informationsbüro der Religionsgemeinschaft bestätigt, dass «in Märstetten ein Grundstück für einen Königreichssaal einer Ortsversammlung anvisiert war».

Grundstück nicht erhalten

Die Zeugen Jehovas haben den Zuschlag für das Grundstück nicht erhalten. Ein anderer Interessent sei ihnen zuvorgekommen. Märstetten sei deshalb auserwählt worden, weil dort ein Grundstück zum Verkauf stand. Die Zeugen aus dieser Region benötigten einen Königreichssaal, dieser müsse jedoch nicht zwingend in Märstetten stehen. Eine Alternative habe die Gemeinschaft laut Slupina noch keine.

Kirchengebäude in Sirnach

Im Thurgau gehören 700 missionsaktive Gläubige den Zeugen Jehovas an. Dies entspricht dem Schweizer Durchschnitt. Wie Wolfram Slupina sagt, steigt die Zahl der Mitglieder um bis zu ein Prozent pro Jahr. Die Mitglieder leben verstreut im Kanton und sind in zehn Versammlungen vereint, die gegenwärtig Königreichssäle in Arbon, Bürglen, Pfyn, Kreuzlingen und Sirnach nutzen.

«Im Kanton Thurgau besuchen einige hundert interessierte Personen unsere Gottesdienste und einige tausend lesen regelmässig unsere Zeitschriften oder andere biblische Veröffentlichungen», sagt Slupina.

Religionswissenschafter und Sektenexperte Georg Schmid stuft die Zeugen Jehovas als Sekte ein. Die Gemeinschaft weise Merkmale auf, die für Sekten typisch seien. «Die Zeugen Jehovas haben eine Führung, die für sich beansprucht, die absolute Wahrheit zu kennen, und das Leben der Gläubigen bis ins Detail bestimmt», meint Schmid.