Zeitlose Welten

In der Villa Sutter findet diesen Samstag die Vernissage zur Ausstellung von Thomas Kölla statt. Wasser ist das bestimmende Element im Werk des 63jährigen Bussnangers.

Simon Roth
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Thomas Kölla vor seinem Hauptwerk «Ordnungen», ein sogenanntes Triptychon. (Bild: Simon Roth)

Thomas Kölla vor seinem Hauptwerk «Ordnungen», ein sogenanntes Triptychon. (Bild: Simon Roth)

«Bei meinen Bildern trage ich zuerst eine Kreidegrundierung auf, wie im Mittelalter», sagt Thomas Kölla und hängt eines der drei Bilder seines Hauptwerks «Ordnungen» an die Wand der Villa Sutter. «Das gibt mir das Gefühl, ins Bild hineinzuwachsen.»

Unter dem Titel «Zeitenfänger» stellt der 63jährige Sozialpädagoge diesen Samstag in Münchwilen eine Auswahl seiner Zeichnungen und Bilder aus.

Wasser als Symbol des Zeitlosen

Beim Betrachten seiner Bilder springt einem ein Element sofort ins Auge: Das Wasser ist allgegenwärtig. In Küsnacht am Zürichsee aufgewachsen, hatte Kölla seit jeher Freude an allem Lebendigen und der Natur. «In jungen Jahren habe ich Pflanzen ausgekocht und daraus selber Farben hergestellt», erinnert sich Kölla. Allgemein lege er Wert darauf, seine Bilder möglichst lebendig zu malen.

Die Werke, welche bis zum 29. Oktober in der Villa Sutter hängen, seien in einem zeitlosen Moment in einem ebenso zeitlosen Raum entstanden. «Die Kunst ermöglicht es mir, die Zeit einzufangen.» So bannt er den Augenblick auf ein Stück Leinwand und entzieht diesen den Gesetzen der Vergänglichkeit.

Überhaupt spielt Zeit eine wichtige Rolle in Köllas Schaffen. Zu einzelnen Bildern verfasst er Texte, die einen in andere Welten entführen, um dann wieder zurück ins Jetzt zu holen: «Um der Schwere zu entfliehen, wäre ich gerne, was ich einst war, mein Urahne, der Fisch. Doch auf dem Land, da lässt es sich Liebe atmen, die macht uns schwerelos.»

Zusammenspiel von Bild, Bewegung und Musik

Vor gut einem Jahr hat Kölla mit seiner Frau einen Bauernhof in Oberoppikon in der Gemeinde Bussnang übernommen. Durch den Umzug hat er Ruedi Würgler kennen gelernt. Der pensionierte Oberstufenlehrer ist Teil des Ausstellungsteams der Genossenschaft Frohsinn in Weinfelden und hält am Samstag die Laudatio an der Vernissage. «Eigentlich handelt es sich um eine kommentierte Diashow», sagt Würgler. Er gehe der Frage nach, was ihn an Thomas Köllas Arbeiten fasziniere. Vor allem sei es die interdisziplinäre Kunst, wenn Bild, Bewegung und Musik zusammengeführt werden.

Genau das geschieht diesen Samstag: Köllas Sohn Tobias hat zu einzelnen Bildern Musik komponiert. Mit der Gitarre sorgt er für das musikalische Rahmenprogramm. «Er ist extrem phantasievoll», schwärmt sein Vater.

Und so steht der Maler vielleicht nicht allzu sehr im Rampenlicht. Dort fühle er sich nämlich nicht so wohl. «Vielmehr geniesse ich es, wenn zusammen mit den Bildern eine gute Stimmung entsteht.» So interessiert sich Kölla auch weniger für die Oberfläche eines Bildes, viel wichtiger erscheint ihm der tiefere Sinn, der sich darunter verbirgt. Dort versteckt sich nämlich eine beseelte Natur, in der Kölla beim Malen komplett aufgeht.

Informationen zur Vernissage und Ausstellung unter: www.villa-sutter.ch