Zähne liefern ­wertvolle ­Informationen

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Anthropologie Im letztjährigen Sommer wurden bei der Grabung in Eschenz-Mettlen einige weitere Gräber entdeckt, welche neben Beigaben wie Schmuck und Schwertern auch Reste von Skeletten beinhalteten. Die menschlichen Überreste aus dem 6. oder 7. Jahrhundert wurden behutsam geborgen und liegen nun in der Obhut der Anthropologin Sabine Landis vom Thurgauer Amt für Archäologie. Neben einer sorgfältigen Reinigung der stark fragmentierten und oft unvollständigen Skelette steht eine genaue Analyse an. Das menschliche Skelett erzählt der Anthropologin vieles über die Person und über das Leben und Sterben zu jener Zeit. Neben der Frage, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, steht auch die Frage nach dem Alter der Personen im Mittelpunkt.

Krankheiten und DNA der Zähne

Wie es in einer Mitteilung des Amts für Archäologie heisst, können viele Elemente am Skelett Antworten auf diese Fragen liefern. Im Falle der frühen Eschenzer Bevölkerung gestaltet sich die genaue Bestimmung oft schwierig, da nur wenige der wichtigen Elemente erhalten sind. Bei den Kindern sieht es anders aus. Eines der informativsten Elemente am kindlichen Skelett ist das Gebiss. Sobald erste Milchzähne vorhanden sind oder besser, wenn sich langsam das erwachsene Gebiss entwickelt, ist eine sehr genaue Altersbestimmung möglich. Bei einem Skelett sind meist auch Zähne erkennbar, welche sich noch im Kieferknochen entwickelten. «Zähne sind sehr wertvoll für die anthropologische Analyse», heisst es im Text. Neben dem Alter kann die Abnutzung der Zähne bei Erwachsenen auch vieles über das Essverhalten preisgeben. Zahnkrankheiten erzählen unter anderem etwas über das Essen, die Zahnpflege oder über die Verwendung der Zähne als Werkzeug. Aus den Zähnen wird DNA entnommen, die weitere Informationen zum Individuum und der Bevölkerung liefert. (red)