Wühre-Verkauf für den Neubau

Der Kindergarten Wühre ist ein Sanierungsfall. Nach langen Diskussionen stimmen die Matzinger an der Schulversammlung für den Verkauf des Wühre-Areals sowie den Projektierungskredit für den Neubau eines Kindergartens.

Markus Zahnd
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Die Rutschbahn beim Kindergarten Wühre hat ausgedient. Die Behörde darf die Liegenschaft verkaufen. (Bild: Reto Martin)

Die Rutschbahn beim Kindergarten Wühre hat ausgedient. Die Behörde darf die Liegenschaft verkaufen. (Bild: Reto Martin)

MATZINGEN. Die Resultate waren deutlicher, als es die Diskussion zuvor erahnen liess. 48 der 63 anwesenden Stimmbürger hoben am Mittwochabend an der Versammlung der Primarschule Matzingen die Hand für ein Ja zum Projektierungskredit von 50 000 Franken für den Neubau eines Kindergartens. Und 44 Personen stimmten dem Antrag der Behörde zu, die Liegenschaft Kindergarten Wühre zu verkaufen. Schulpräsident Markus Bischof zeigte sich erleichtert und dankte fürs Vertrauen. Das wurde auch nicht dadurch erschüttert, dass ein Rückkommensantrag vom Gemeindeammann Walter Hugentobler, der gegen den Projektierungskredit gestimmt hatte, gutgeheissen wurde. Hugentobler forderte, der Verkaufspreis fürs Wühre-Areal müsse mindestens 350 000 Franken betragen.

Dass die Anträge der Behörde souverän angenommen wurden, war eher überraschend. Zwar erläuterte Bischof an seiner letzten Versammlung als Präsident ausführlich, weshalb der Kindergarten Wühre nicht mehr tragbar sei. «Das Gebäude ist ein Fass ohne Boden», sprach er den mangelhaften Zustand an. Das Flachdach sei undicht, die jährlichen Reparaturen würden immer teurer. An Kindergarten sei daher schon länger nicht mehr zu denken, er findet derzeit in einem Provisorium im Schulhaus Mühli statt.

Holzbau für 500 000 Franken

Den präsidialen Erklärungen folgten Gegenvoten. Einige sprachen sich gegen das Projekt aus, weil der Kindergarten räumlich nicht mehr von der Schule getrennt sei. Ein anderer sagte, die 50 000 Franken solle man besser in die Sanierung des alten als in die Projektierung eines neuen Kindergartens investieren.

Die Behörde konnte die Bedenken jedoch beseitigen. So soll auf der Wiese beim Mühli-Schulhaus ein neuer Kindergarten entstehen, der zu einem grossen Teil vom Wühre-Verkauf finanziert würde. Bis im Juni wird das Projekt ausgeschrieben, im November entscheiden die Stimmbürger endgültig über den Neubau. Die Schulbehörde plant einen Bau aus Holz, der rund 500 000 Franken kostet. «Unser Ziel ist es, dass der Kindergarten im Sommer 2014 bezogen wird», so Bischof.

Eigenkapital wird schrumpfen

Die restlichen Traktanden hiess die Versammlung einstimmig gut. So schloss die Rechnung 2012 bei einem Gesamtaufwand von 3,5 Millionen Franken mit einem Gewinn von rund 30 000 Franken ab. Der Überschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen, das somit 320 000 Franken beträgt. Laut Finanzplan wird das Eigenkapital in den kommenden Jahren allerdings stark zurückgehen. Bereits für das Jahr 2013 präsentierte Schulpfleger Claudio Russo ein Budget mit einem Verlust von 37 000 Franken. Der Steuerfuss soll aber dennoch möglichst tief bleiben, so wurde er fürs Jahr 2013 bei 63 Prozent belassen.

Keine Chance hatte der Antrag von Paul Gehri. Er hatte gefordert, die Rechnungsprüfungskommission mit den Kompetenzen einer Geschäftsprüfungskommission auszustatten. Die Stimmbürger sahen im Antrag allerdings eher ein Misstrauensvotum gegenüber der Schulbehörde und erklärten ihn nicht für erheblich.

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