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Wohnungsnot in Diessenhofen

Diessenhofen hat mich total überrascht», sagt der Steckborner Turmspatz bei seinem heutigen Besuch. «Ich habe wirklich etwas anderes erwartet.» Weil ich die Gedankensprünge meines Cousins gewohnt bin, warte ich, was da noch kommt.

Diessenhofen hat mich total überrascht», sagt der Steckborner Turmspatz bei seinem heutigen Besuch. «Ich habe wirklich etwas anderes erwartet.» Weil ich die Gedankensprünge meines Cousins gewohnt bin, warte ich, was da noch kommt. «Die Parkplätze im und ums Städtchen sind normal besetzt, nirgends stehen Busse oder Zelte herum, in keinem Auto habe ich eine Matratze oder eine Decke gesehen, auch war da niemand, der auf einer Grünfläche sein Mittagessen kocht.» «Warum sollten das die Leute tun?» «Lieber Siegelturmtschilper», sagt der Turmspatz in belehrendem Ton, «wenn in einem Ort mehr Wohnungen gebaut als Brote gebacken werden, dann muss eine unsägliche Not bestehen.»

«Einen Wohnungsmangel bei uns?» Ich starte den Laptop. «Schau mal. Auf dieser Immobilien-Suchseite werden 15 Mietwohnungen und 19 Objekte zum Verkauf präsentiert. Die Mietwohnungen kosten zwischen 945 und 3250 Franken, es hat also für jeden etwas.»

Wir klicken uns durch das Angebot. Es gibt Lofts mit Rheinsicht, neue Attika- und renovierte Altstadtwohnungen. «Sagt man nicht, dass der Markt das Angebot bestimmt? Dann müsste man warten, bis die bestehenden Wohnungen besetzt sind. Bei euch stehen etliche neue Mietobjekte leer. Trotzdem wird weiter auf Vorrat gebaut.» «Ausserdem werden unrentable Hotels in Wohnraum umgewandelt.» «Bei einem zu grossen Angebot müsste der Preis fallen. Wohnungen zu Dumpingpreisen, ein grosses Verlustgeschäft», sagt mein Cousin kopfschüttelnd.

«Die Immobilienheinis hoffen auf Hilfe von oben», erkläre ich ihm. «Wenn die neuen Wohnungen leer bleiben, springt zur Not der Kanton ein. Der bezahlt dann gerne die hohen Mieten. Und nutzt die leerstehenden Häuser – als Unterkunft für Asylbewerber.»

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