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«Wohlfühloasen im Alltag einbauen hilft»

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, schlägt das vielen Menschen auf das Gemüt. Beatrice Neff, Angebotsleiterin Psychische Gesundheit bei Perspektive Thurgau, setzt sich seit vier Jahren für die Entstigmatisierung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen ein.
Alexandra Looser
Beatrice Neff Fachmitarbeiterin (Bild: PD)

Beatrice Neff Fachmitarbeiterin (Bild: PD)

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, schlägt das vielen Menschen auf das Gemüt. Beatrice Neff, Angebotsleiterin Psychische Gesundheit bei Perspektive Thurgau, setzt sich seit vier Jahren für die Entstigmatisierung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen ein. Ausserdem hat sie die erste schweizerische Online-Meldestelle für Glücksmomente gegründet. Neff erklärt, woher der Herbstblues oder die Winterdepression herrührt, wie man aber dennoch Frieden mit den dunklen Monaten schliessen kann.

Im Volksmund wird das Stimmungstief während der kalten Monate gerne als Winterdepression bezeichnet. Was ist an diesem Wort dran?

Es gilt zu unterscheiden, ob es sich um eine Depression im medizinischen Sinne oder einer vorübergehend gedrückte Stimmung handelt, die durchaus von den Witterungsverhältnissen beeinflusst wird. In der Schweiz leiden 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression. Es gibt zwar die saisonal-affektive Störung (SAD), eine Unterform der Depression, welche sich zu bestimmten Jahreszeiten zeigt, diese tritt aber lediglich bei circa einem Prozent der Gesamtbevölkerung auf, ist daher im Vergleich eher selten. Was im Volksmund im Allgemeinen als Winterdepression bezeichnet wird, ist keine Depression gemäss medizinischer Klassifizierung.

Wie kann ein Wintertief von einer sozusagen klassischen Depression unterschieden werden?

Bei der klassischen Depression stehen die Symptome gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Ermüdung und Erschöpfung im Vordergrund. Ein Wintertief hingegen zeigt sich durch vermehrtes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme.

Wenn aber ein Leidensdruck im Alltag längere Zeit besteht und jemand mehr als zwei Wochen unter dem anhaltenden Tief leidet, sich dadurch vor allem im Alltag beeinträchtigt fühlt und soziale Kontakte abbricht, dann sollte man unbedingt den Hausarzt oder eine Fachstelle kontaktieren.

Inwiefern sind Herbst- und Wintermonate der Sündenbock für das Stimmungstief?

Der Herbst und auch der Winter können durch die dunkleren Tage eine Auswirkung auf die Stimmungslage haben. Die kürzeren Tage und die fehlende Sonne beeinflussen unseren Hormonhaushalt und unser Verhalten. Beispielsweise verbringen wir weniger Zeit an der frischen Luft. Wie stark man Dunkelheit und Nebel als bedrückend empfindet, ist von Mensch zu Mensch verschieden und in einem gewissen Masse auch völlig normal. Die Sichtweise und eigene Haltung kann hier vieles bewirken. Auch der Herbst hat viele positive Facetten und bietet wunderschöne Momente und Stimmungsbilder. Ein Spaziergang am See ist auch bei Bewölkung wunderschön. Wenn der Herbst als wichtiger und wertvoller Bestandteil des Jahreszyklus akzeptiert wird, muss man auch nicht mit ihm hadern – auch die Natur kommt in dieser Zeit zur Ruhe und rüstet sich für den Frühling.

Was kann gegen ein Wintertief unternommen werden?

Es ist wichtig, gute Momente und Wohlfühloasen in den Alltag einzubauen. Dass man rausgeht, die wenigen Sonnenstrahlen tankt, vielleicht mit der Bergbahn über das Nebelmeer fährt. Alles, was Energie gibt, hilft über die dunklen Monate hinweg. Wichtig ist aber vor allem, den Herbst nicht negativ zu werten, sondern als Bestandteil unseres Lebens zu akzeptieren.

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