Wo Herzblut und Honig fliessen

BASADINGEN. Im Basadinger «Imkerlädeli» erhielten 24 Jungbienenzüchter das Imkerdiplom. Die meisten erben ihre Bienenstände von einem Familienangehörigen.

Cornelia Roth-Herzog
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Das sind die Jungimker in Basadingen mit ihren drei Kursleitern. (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

Das sind die Jungimker in Basadingen mit ihren drei Kursleitern. (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

Urs Möckli aus Schlatt hatte als Kind oft dem Grossvater über die Schultern geschaut, wenn dieser seine Bienen pflegte. So wie ihm war es einigen ergangen; andere hatten vor dem Kurs kaum mehr gewusst, dass Bienen stechen können. Nach 18 Samstagnachmittagen Theorie und Praxis im Basadinger «Imkerlädeli» und bei den Bienen der drei Kursleiter Matthias Schmid, Werner Schellenberg und Adrian Ulrich erhielten die 24 Teilnehmer der beiden Bienenzüchtervereine Stammheimertal und Andelfingen am vergangenen Wochenende das Imkerdiplom.

«Wenn am letzten Tag so viele Leute da sind, ist das ein gutes Zeichen für den Kurs», sagte Jungimker Adrian Lüthi aus Pfungen und überreichte den drei Leitern ein Abschiedsgeschenk.

Familienunternehmen Imkerei

«Alle Teilnehmer dieses Kurses betreuen eigene Bienen», sagt Werner Schellenberg. Mehr Bienen oder mehr Stände wird es dennoch nicht haben; die Zahl der Imker ist immer etwa gleich und einige Kursteilnehmer imkern miteinander, zum Beispiel die beiden Andelfinger Brüder Marco und Manuel Meier. Sie haben das Bienenhaus vom Grossvater übernommen. Nach der Renovation starten sie nun mit fünf Völkern. Gemeinsam den Kurs absolviert haben auch Jacqueline und Albert Berther aus Basadingen und ihr Sohn Joshua. Ihre Imkerei ist ein kleiner Familienbetrieb. «Wir haben vor zwei Jahren ein neues Bienenhaus für 24 Völker erstellt», sagt Jacqueline Berther, «als Ersatz für den alten Wagen, in dem mein Vater imkerte.»

Seuchen erkennen

Im nächsten Frühling werden die Bienenzüchtervereine Steckborn, Stammheimertal und Andelfingen erneut einen Grundkurs für angehende Imker anbieten.

Der Kontakt der Kursleiter mit den eben diplomierten Imkern wird aber nicht abbrechen. Alle Kursleiter sind zugleich Betriebsberater, denn ein Thema ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden: Seuchen erkennen. «Auch wir als Berater sind da gefordert», sagt Adrian Ulrich, der zudem Bieneninspektor ist. Ihm macht insbesondere die Sauerbrut Sorgen, weil sie sich stark ausgebreitet hat und infizierte Völker getötet werden müssen.