Wo das Gewerbe einst florierte

Mit einem zweiten Teil der Sonderausstellung hält das Ortsmuseum Matzingen die Erinnerung an die einstige Hochblüte des lokalen Gewerbes fest.

Manuela Olgiati
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Präsident Elmar Bissegger und Max Kummli vor dessen Fotografien. (Bild: Manuela Olgiati)

Präsident Elmar Bissegger und Max Kummli vor dessen Fotografien. (Bild: Manuela Olgiati)

MATZINGEN. Gross war das Interesse am Samstag im Ortsmuseum im Haus Rosengarten in Matzingen. Vor 100 Jahren florierte das Gewerbe, heute existieren davon nur noch Dokumente. Das Museum hält die Erinnerung an die einstige Blütezeit wach. Am Samstag eröffnete Stiftungspräsident Elmar Bissegger Teil II der Sonderausstellung «Gewerbe und Handwerk einst».

Ältere Leute befragt

Dank Leihgaben aus der Bevölkerung sind Werkzeuge aus alter Zeit zusammengekommen. Fotografien erinnern an alte Gebäude und deren Nutzung. Ausserdem haben man ältere Leute im Dorf befragt, sagt Museumsführerin Doris Riedener. Die Besucher freuen sich nun über deren Anekdoten.

2013 dokumentierte das Museum bereits zwanzig Betriebe. «Noch mehr hätten den Rahmen gesprengt», sagt Bissegger, «deshalb zeigen wir nun die Fortsetzung mit ebenso vielen Ausstellern.» Ein Teil der neuen Ausstellung zeigt die Zimmerei Bischof, die in den 1960er-Jahren niederbrannte, das Baugeschäft Schwarzer, das nur kurz in Matzingen tätig war, sowie die Malerei Gubler. Auch Zubehör des ehemaligen Coiffeursalons Krieger sind zu bewundern. Von der Direktoren-Dynastie Gyr aus der Weberei, die von 1897 bis 1970 existierte, zeugen viele Zeitdokumente. Eine Schuhmacherei und ein Merceriegeschäft ergänzen die Ausstellung.

Max Kummli zeigt Fotografien

Eindrückliche Arbeiten zeigt ein Zeitzeuge, der 100jährige Max Kummli, mit der Fotoausstellung «Vom Korn zum Brot». Zusammen mit seinem Freund, Gottfried Mohn selig, hielt er die harte Arbeit auf dem Feld mit der Kamera fest. Das Getreide musste mit Sicheln und Sensen geschnitten werden. Mit gedrehten Bändern wurden Garben gebunden und zum Trocknen zu Puppen auf den Feldern aufgestellt. Das Getreide wurde mit Dreschflegeln auf der Tenne gedroschen und das Korn von der Spreu durch Aufwerfen im Wind getrennt. Dazu sind auch Foto-Impressionen aus der Bäckerei Mohn zu sehen.

Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag im Monat von 14.00 bis 17.00, am kommenden Sonntag, 2. März, ist das Museum geöffnet.

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